DVB AG: Ökobus mit Potenzial

01.07.2008 10:42 Uhr
DVB AG: Ökobus mit Potenzial

Im einjährigen Testbetrieb in Dresden hat der Solaris Hybrino 18 seine Stärken bewiesen.

Seit März 2007 haben die Dresdner Verkehrsbetriebe einen Gelenk-Hybridbus des polnischen Herstellers Solaris im Linieneinsatz getestet und kommen jetzt zu einem positiven Fazit: Mit der Kombination eines konventionellen Dieselmotors und zwei leistungsstarken Elektromotoren sowie einer dazugehörigen Speichereinheit auf dem Dach weist der Gelenkbus des Typs Hybrino 18 eine bessere Kraftstoffbilanz auf. Die im Testbetrieb gewonnen Daten hat die DVB AG gemeinsam mit Solaris und dem Fraunhofer Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme ausgewertet. Sie sollen als Grundlage für die Weiterentwicklung der Hybridtechnologie dienen. Ein moderner Dieselgelenkbus desselben Herstellers, der in der Testphase mit gleicher Laufleistung unterwegs war und von denselben Fahrern gesteuert wurde, lieferte die Vergleichsdaten. Als Referenzstrecke wurde die Buslinie 82 ausgewählt, weil sie sehr unterschiedliche Anforderungen an die Fahrzeuge stellt: ebenes und bergiges Profil, Stadt- und Peripheriestrecken sowie mittleres bis sehr hohes Fahrgastaufkommen. Außerdem flossen Faktoren wie Fahrplantreue, Zuladung, Tageszeit und Witterungseinflüsse in die Untersuchung ein. Zu Beginn des Projekts optimierten die Fachleute zunächst die Motor- und Getriebesteuerung des Dieselbusses. Im Ergebnis sank der Kraftstoffverbrauch um sieben Prozent auf durchschnittlich 53 Liter pro 100 Kilometer. Diese Einsparung ließ sich fast auf den kompletten DVB-Fuhrpark übertragen, bedeutete aber gleichzeitig eine größere Herausforderung für den Hybridbus. Anschließend ging es um die weitere Optimierung des Hybridbusses. Während des Praxistests gelang es, dessen Kraftstoffverbrauch auf durchschnittlich 47 Liter pro 100 Kilometer zu senken. Das entspricht bei einer zehnjährigen Laufzeit des Busses einer Einsparung von rund 54.000 Litern Dieselkraftstoff und einer Vermeidung von über 140 Tonnen Kohlendioxid. Hochgerechnet auf die DVB-Busflotte von rund 150 eingesetzten Fahrzeugen könnten so über 20.000 Tonnen Kohlendioxid im Zeitraum von zehn Jahren vermieden werden. Darüber hinaus zeigt die Studie weiteres Potenzial zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs von über 20 Prozent auf. Simulationen belegen deutliche Verbesserungsmöglichkeiten bei Energiemanagement und Fahrzeugtechnik. Zum Beispiel hat sich gezeigt, dass Nebenaggregate wie Kompressor und Lenkhilfe nur zeitweise arbeiten müssen und deshalb nicht permanent über den Dieselmotor angetrieben werden sollten. Durch den Einsatz einer Start-/Stopp-Automatik in Verbindung mit einem Dieselmotor geringerer Leistung sowie eines intelligenten Energiemanagements könnte zusätzlich Kraftstoff gespart werden. Auf Grundlage der Ergebnisse und der geschätzten Preisentwicklung von Dieselkraftstoff kann das bestehende Hybridfahrzeug bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von zehn Jahren die mit 400.000 Euro rund 125.000 Euro höheren Anschaffungskosten des Hybridbusses zunächst nur mit einer Zusatzförderung kompensieren. Es ist jedoch zu erwarten, dass mit der Umsetzung der Projektergebnisse künftig mehr Krafftstoff eingespart werden kann und gleichzeitig die Anschaffungskosten durch die Fertigung größerer Stückzahlen sinken. Damit wäre der Hybridbus in Zukunft nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich im Vorteil.

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