Nach der plötzlichen Sperrung der Bonner Nordbrücke können Fahrgäste den ÖPNV in Bonn vorübergehend kostenlos nutzen. „Wir möchten ein Anreizsystem setzen, damit so viele Menschen wie irgendwie möglich den ÖPNV nutzen“, sagte Oberbürgermeister Guido Deús (CDU). Am Donnerstag, 11. Juni, beschloss der Stadtrat die Maßnahme, die vom kommenden Montag an bis Ende Juni gelten soll. Bestehende Abonnements würden allerdings nicht erstattet, was an den Kosten liegt. „Wir können uns schon vieles von dem, was ich Ihnen hier sage, in unserer Finanzsituation eigentlich nicht leisten und machen es trotzdem“, sagte der Oberbürgermeister.
Dauer der Brückensperrung ist unklar
Der Rat hat am Abend ein Paket mehrerer Maßnahmen beschlossen. Unter anderem sollen geplante andere Bauvorhaben auf den Prüfstand kommen und mehrere Strecken sollen für Autos mehrspurig werden. Die Stadtverwaltung hat die Home-Office-Regelung für ihre Beschäftigten ausgeweitet. Der Oberbürgermeister betonte dabei auch: „Die Lage ist ernst und wir wissen nicht, wie lange und in welchem Umfang die Nordbrücke gesperrt bleiben wird. Daher setzen wir alles daran, den Verkehr in Bonn und der Region wieder fließen zu lassen.“
Wichtigste Ost-West-Verbindung in der Region
Die Bonner Nordbrücke ist Teil der A565 und die wichtigste Ost-West-Verbindung der Region. Die vielbefahrene Autobahnbrücke über den Rhein war wegen neu entdeckter Schäden bis auf weiteres für den Verkehr gesperrt worden. Ob sie noch einmal freigegeben werden kann, ist aktuell noch unklar. Für die Region war das ein Schock. Bonn versucht nun mit Sofortmaßnahmen, die Auswirkungen auf den innerstädtischen Verkehr abzumildern.