Bundeskartellamt prüft DZT-Kampagne

16.06.2005 11:02 Uhr

Freundlichkeitskampagne zur WM 2006 auf dem Prüfstand

Das Bundeskartellamt soll prüfen, ob es bei der Vergabe eines Etats im Zusammenhang mit der Fußball WM 2006 mit rechten Dingen zugegangen ist. Der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA und die Gesellschaft Public Relations Agenturen GPRA reichen bei der Vergabekammer im Bundeskartellamt einen entsprechenden Schriftsatz ein. Überprüft werden soll die Vergabe der "Service- und Freundlichkeitskampagne" zur WM 2006 durch die Deutsche Zentrale für Tourismus DZT an die Agentur Abold, München. Ziel der durch das Bundesinnenministerium und das Bundeswirtschaftministerium mit rund 3 Mio Euro finanzierten Kampagne ist es, Servicekräfte im Tourismussektor zur Freundlichkeit gegenüber WM-Gästen zu animieren. Ende Mai hatte die Financial Times Deutschland in einem Artikel ("Zuschlag unter Freunden", 27. Mai 2005), über Verbindungen zweier Jury-Mitglieder, dem Ehepaar Michaela und Fedor Radmann, mit der Sieger-Agentur Abold, München, berichtet. GWA und GPRA hatten daraufhin die Ordnungsmäßigkeit des Vergabeverfahren angezweifelt. Die DZT wurde aufgefordert, den Zuschlag an Abold nicht zu erteilen. Inzwischen teilte die DZT den unterlegenen Agenturen mit, dass der Agentur Abold in den nächsten Tagen der Zuschlag erteilt werden solle. "Der Weg zum Bundeskartellamt ist die einzig mögliche Konsequenz aus dem Handeln der DZT", so Henning von Vieregge, Hauptgeschäftsführer GWA. "Wo Steuergelder von 3 Mio Euro ausgegeben werden, muss schon der böse Schein von Befangenheit vermieden werden." Der Antrag von GWA und GPRA wird von den betroffenen Agenturen FischerAppelt Kommunikation, Hamburg, PLEON, Düsseldorf, Scholz & Friends, Berlin, und Zum Goldenen Hirschen, Hamburg, unterstützt. Es soll erreicht werden, dass die Auftragsvergabe an das ausgewählte Unternehmen untersagt wird und eine erneute Bewertung der Angebote unter Ausschluss des Ehepaars Radmann stattfindet. Für die Verbände koordiniert GWA-Justitiar Dr. Eberhard Kolonko, Frankfurt, das rechtliche Vorgehen.

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