Unser Urteil / Meine Meinung

VDL, Futura FHD 2-129

Ist der Futura ein Fahrerauto? Diese Frage lässt sich durchaus mit einem Ja beantworten, auch wenn es an einigen Stellen noch Verbesserungspotenzial gibt. Für die Unterbringung von Getränken gilt das nicht, alleine vier Möglichkeiten, seinen Kaffeebecher und seine Getränke­flaschen unterzubringen, sorgen dafür, dass der Fahrer nicht verdursten muss. Nach wie vor nur mit Gewürge lässt sich der Hebel des Federspeichers erreichen, dafür überzeugt die Ablagemöglichkeit auf der linken Seite, die mit einem verschließbaren Deckel versehen ist. Ein spannendes Thema sind die Außenspiegel. Diese sind nämlich einen Tick höher als beim Wettbewerb angebracht und ragen zudem noch etwas weniger nach vorn als bei der Konkurrenz. Das hat zur Folge, dass man als Fahrer den Kopf recht weit nach oben heben muss – das ist nicht so praxistauglich. Dafür aber lässt sich der Fahrersitz weit nach hinten verschieben, und mit Anzeigen und zu vielen Schaltern ist man ebenfalls nicht überfordert. Gut, das Zentral-Display ist vergleichsweise einfach gehalten, beinhaltet allerdings alle notwendigen Informationen. Fächer über den Achsen gibt es leider nicht, und das Staufach hinten rechts vor der Zusatzheizung ist zwar groß, aber nur mit Werkzeug zu öffnen. Vielleicht erbarmt sich VDL ja mal, hier eine andere Öffnungslösung zu verbauen.

Stets vorhanden ist eine Schlafkabine, die gegen Aufpreis in eine solche umgewandelt wird, ansonsten ist es eine Art Mehrzweckraum – eine stets praktische Angelegenheit. Nach wie vor ein nettes Detail ist die abklappbare Frontmaske, die man betreten kann, um die Frontscheibe etwas weiter oben reinigen zu können. Hinter der Maske liegt das Reserverad, welches sich unkompliziert entnehmen lässt.

Bis zu 830 Liter Diesel fassen optional die Kraftstofftanks, das ist eine Menge. Dennoch beeinflusst auch ein solches Volumen das Gesamt­gewicht nicht negativ, der voll beladene Testbus kam mit vollem 830-Liter-Tank auf ein Gewicht von gerade mal 18,26 Tonnen. Das ist ein Bestwert. Ohnehin ist Leichtbau eine der großen Stärken von VDL, die verschärfte Umsturzrichtlinie ECE R66/02 schafft der Bus dennoch problemlos.

Unser Urteil: Mit dem Futura hat VDL alles richtig gemacht. Auf teure und vielleicht auch überflüssige Design-Experimente wurde verzichtet, statt­ dessen hat der Hersteller mit der Erneuerung des kompletten Kraftstrangs dem Wettbewerb gezeigt, wo der Spar-Hammer hängt. Fast alles, was technisch derzeit machbar ist, wurde umgesetzt, und wenn etwas fehlt, dann gehört das meist in die Kategorie „Nice to have“. Gut, ein Superschnäppchen ist der Bus mit seinen 270.000 Euro nicht, doch langfristig betrachtet, wird er sich mehr als bezahlt machen. Dazu kommt: Der für Deutschland ernst zu nehmende Wettbewerb verlangt noch einmal mehr. Korrosionsprobleme gibt es, Edelstahl sei Dank, schon längst nicht mehr, insgesamt bewegt sich der Bus auf einem sehr hohen Niveau.

Meine Meinung: Wie viel Bus braucht man eigentlich? Technisch gesehen, dürfen die Ansprüche durchaus hoch sein, schließlich geht es um die eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer. Hier gibt sich der neue Futura keine Blöße, AEBS ist an Bord, ebenso wie ein Spurverlassenswarner und moderne Lichttechnik. Auch in Sachen Wirtschaftlichkeit sollte heutzutage niemand mehr Kompromisse eingehen. Hier kann dieser Bus seine ganze Magie entfalten. Mag sein, dass ein Futura eher unscheinbar vorgefahren kommt, wer sich davon allerdings negativ beeinflussen lässt, hat sich nicht ernsthaft mit diesem Bus auseinandergesetzt. Denn tatsächlich bietet der Futura mehr, als man für möglich halten würde.


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