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Ablenkung am Steuer: Welche "Nebentätigkeiten" Fahrer oft unterschätzen

Achtung Blindflug: Wer bei 100 Stundenkilometern nur eine Sekunde nicht auf die Straße schaut, verliert für fast 30 Meter die Kontrolle 
© Foto: AntonioDiaz/stock.adobe.com

Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) sind Autofahrer dazu verpflichtet, ihre Aufmerksamkeit voll und ganz aufs Fahren zu konzentrieren. Telefonate sind nur über eine Freisprechanlage erlaubt, Textnachrichten darf der Fahrer überhaupt nicht verfassen, solange der Motor läuft. Ist also der Fahrzeuglenker, der sich an die gesetzlichen Vorgaben hält, auf jeden Fall auf der sicheren Seite?


Datum:
16.09.2022
Autor:
Mireille Pruvost
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Ein klares Nein äußert Andrea Häußler, Verkehrsexpertin bei der TÜV Süd Life Service. „Auch Navigationssystem, Klimaanlage oder Autoradio, die ja genau für den Gebrauch während der Fahrt gedacht sind, können die Aufmerksamkeit und den Blick des Fahrers ablenken. Und wer bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h nur eine Sekunde lang nicht auf die Straße schaut, legt fast 30 Meter im Blindflug zurück.“

Ablenkung durch Technik

Gerade im Stadtverkehr spielt das Navi eine wichtige Rolle. Wer aber bei einer Stauwarnung etwa fünf Sekunden Ausschau nach einer alternativen Route hält, fährt bei 50 km/h immerhin 70 Meter ohne Kontrolle. Ein Fahrer, der dann in einen Unfall verwickelt ist, trägt immer eine Teilschuld – unabhängig vom Unfallhergang. Darüber hinaus kommt unter Umständen die Versicherung nicht für den Schaden auf.

Die gefährliche Ablenkung entsteht aber nicht nur durch den von der Straße abgewandten Blick. „Konzentriert sich der Fahrer auf die Bedienung eines Geräts, lässt erwiesenermaßen sein Reaktionsvermögen nach", erklärt Häußler. Dabei gehe es nicht nur um eigene Fahrfehler, die gefährlich für andere werden köntnen: Zahlreiche Unfälle könnten vermieden werden, wenn ein aufmerksamer Unfallgegner die Gefahrensituation rechtzeitig erkenne und reaktionsschnell handele. "Übrigens sind abgelenkte Fahrer nicht nur ein Sicherheitsrisiko, sondern können aufgrund ihrer Fahrweise sogar Staus begünstigen“, sagt Häußler. Die Erklärung: Wer beispielsweise telefoniert, schaut zwar in der Regel nach vorne. Die Konzentration ist dennoch abgelenkt. Fahrer achten dann zwar noch auf den Abstand zum Vorausfahrenden, nicht aber auf das Geschehen neben ihnen. Da sie häufig ihr Tempo wechseln, manchmal schleichen oder zu schnell fahren, plötzlich beschleunigen oder bremsen, sind sie für andere Verkehrsteilnehmer schlecht einzuschätzen. „Im besten Fall stellen sie damit ein Verkehrshindernis dar, im schlechtesten gefährden sie andere“, so die Expertin.

Sonderfall Handy

Jeder kennt die Fußgänger, die mit starrem Blick auf ihr Smartphone unvermittelt auf den Radweg treten oder bei Rot die Straße überqueren. Und auch Fahrradfahrer müssen mit einem Bußgeld rechnen, wenn sie beim Telefonieren während der Fahrt erwischt werden. „Noch vor einigen Jahren haben wir dazu geraten, das Handy während der Fahrt einfach komplett auszuschalten oder an unerreichbarer Stelle im Auto zu deponieren. Da das Smartphone aber immer mehr als Navi dient, passen diese Tipps nicht mehr in unsere Zeit“, so Andrea Häußler. Wenn sich das Gerät jetzt direkt im Blickfeld befinde, sei es umso wichtiger, dass sich der Fahrzeuglenker über die Risiken bewusst ist. 

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