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9-Euro-Ticket: Private Busbranche in größter Sorge

Fluch oder Segen? Am 9-Euro-Ticket scheiden sich die Geister.
© Foto: MAN

Als Entlastung für die hohen Energiepreise sollen für drei Monate besondere Billigtickets für Busse und Bahnen kommen. Sie gelten nicht nur in der eigenen Region, sondern bundesweit und verbundübergreifend. Die Sorgen innerhalb der privaten Busbranche sind groß.


Datum:
16.05.2022
Autor:
dpa/Judith Böhnke
Lesezeit:
1 min
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Die private Busbranche warnt vor negativen Effekten der für den Sommer geplanten 9-Euro-Monatstickets vor allem auf Fernbusfahrten. Durch die bundesweite Gültigkeit sei das Ticket neben der Funktion als Entlastung für Pendlerinnen und Pendler quasi auch eine «Fernverkehrsflatrate», erklärte der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen in einer Stellungnahme für den Bundestag. Es sei daher zu erwarten, dass sich viele Menschen bei ihrer Reiseplanung für das 9-Euro-Ticket und gegen den Fernbus entscheiden würden. „Und das nach über zwei Jahren Corona-bedingter Fahrgastausfälle.“ 

Auch Bus-Anmietungen dürften Konkurrenz durch das 9-Euro-Ticket spüren, erläuterte der Verband. „Viele Klassenfahrten, Schulausflüge oder Vereinsreisen werden nicht mehr mit dem Reisebus durchgeführt, sondern so geplant, dass sie auch mit dem Regionalverkehr der Bahn realisiert werden können.“ Nach langer Durststrecke hätte die Sommer- und Feriensaison 2022 eine erste Erholung und Normalisierung bringen und für dringend benötigte Einnahmen sorgen können. Dass nun genau zu dieser wichtigen und reisestarken Zeit das 9-Euro-Ticket bundesweit gelten solle, stelle „eine erhebliche Gefahr für die Branche“ dar. 

9-Euro-Ticket: es hagelt Kritik

Die Sondertickets sollen nach Plänen von Bund und Ländern im Juni, Juli und August bundesweit Fahrten im Nah- und Regionalverkehr ermöglichen - für jeweils 9 Euro im Monat und damit viel günstiger als normale Monatstickets. Sie sind Teil des Entlastungspakets der Ampel-Koalition wegen der hohen Energiepreise. Zugleich soll es ein Schnupperangebot sein, um mehr Kunden für Busse und Bahnen zu gewinnen. Der Bund finanziert es, indem er den Ländern 2,5 Milliarden Euro zum Ausgleich von Einnahmeausfällen gibt. Das Gesetz soll in der neuen Woche von Bundestag und Bundesrat besiegelt werden. 

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen erläutert in der Stellungnahme für eine Anhörung im Verkehrsausschuss an diesem Montag, dass vor allem bei Reisen von Metropolen an die Küsten, zu Mittelgebirgen oder anderen touristischen Zielen Fahrgäste in den Nahverkehr umsteigen dürften. Junge Menschen, Auszubildende, Schüler und Studenten achteten besonders auf günstige Mobilitätsangebote. Und „langlaufende“ Nahverkehrszuglinien ermöglichten auch umsteigefreie Verbindungen über hunderte Kilometer. 

Der Verband begrüßte grundsätzlich, dass bei den Entlastungsmaßnahmen neben dem Tankrabatt auch Nutzerinnen und Nutzer des öffentlichen Verkehrs entlastet werden. Um zu verhindern, dass Busunternehmen durch einbrechende Fahrgeldeinnahmen in Liquiditätsprobleme geraten, müsse sichergestellt sein, dass Ausgleichsmittel bereits im Mai vor Beginn des Aktionszeitraums im Juni bei den Unternehmen ankommen

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