Gemeinsam mit der finnischen Verkehrsministerin und diesjährigen Präsidentin des International Transport Forum ITF, Anu Vehviläinen, und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee stellte der Generalsekretär des Weltverkehrsforums Jack Short am 30. Mai die Schlussfolgerungen der dreitägigen Konferenz in Leipzig vor. Short wies auf die wachsende Herausforderung hin, die richtige Balance zwischen der Stärkung von Handel und Mobilität auf der einen sowie der Reduzierung von Energieverbrauch und Emissionen auf der anderen Seite zu finden. Vor dem Hintergrund der großen Abhängigkeit vom Erdöl, dem steigenden Verkehrsaufkommen weltweit und der Notwendigkeit, die klimaschädlichen Emissionen des Verkehrssektors zu senken, forderte Short ein CO2-armes Verkehrssystem "so bald wie möglich". Das Abschlussdokument des Weltverkehrsforums schlägt ein politisches Maßnahmenpaket vor. Dieses beinhaltet die weitere Entwicklung von Technologien, die Förderung von Forschung in neue Technologien und Kraftstoffe, den stärkeren Einsatz von Informationstechnologien, ein integriertes Mobilitätsmanagement sowie ein Bündel nicht-technologischer Maßnahmen, um die Energieeffizienz zu verbessern und die Emissionen zu reduzieren. Letztere zielen darauf ab, zu Verhaltensänderungen im Verkehrsbereich zu ermutigen. Dazu sollen verbesserte Verkehrsorganisation und Telematik beitragen, ein effektiverer Güterverkehr auf Schiene, Wasserstrasse und See, verstärkte Werbung und verbesserte Qualität für öffentlichen und Schienenverkehr, aber auch die Förderung nicht-motorisierten Verkehrs wie Fahrrad und Fußgänger vor allem in den Städten. Stauvermeidung durch besseres Management der Verkehrsnachfrage und effizientere Logistiksysteme. Verhaltensänderungen könnten auch durch Gebühren, welche externe Faktoren einbeziehen, befördert werden. Als "dringend" wird die Sicherung der langfristigen Energieversorgung für den Verkehrssektor angesehen. Kurzfristig müsste die Kraftstoffeffizienz bestehender Technologien verbessert werden, flankiert von rechtlichen, wirtschaftlichen und fiskalischen Massnahmen sowie Informationskampagnen, um die Verbrauchernachfrage auf die effizientesten Technologien zu lenken. Ein vielversprechendes Beispiel sei das Fahrtraining im Spritsparen in Kombination mit Verbrauchsanzeigen zur Unterstützung der effizienten Fahrweise. Auch Biokraftstoffe könnten eine nützliche Rolle bei der Erreichung dieser Ziele einnehmen. Zwingend sei jedoch eine nachhaltige Produktion. Am Weltverkehrsforum 2008 waren Vertreter aus 53 Staaten beteiligt. Darunter war erstmals auch eine Delegation aus Indien. Knapp 900 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie über 100 Medienvertreter aus zwölf Staaten verfolgten die dreitägige Konferenz. Vom 27. bis 29. Mai 2009 tagt das Weltverkehrsforum unter dem Thema "Verkehr und Globalisierung" erneut in Leipzig.
Abschluss des Weltverkehrsforums
CO2-armes Verkehrssystem gefordert.