Der TÜV-Verband verweist auf eine Auswertung auf Basis von Erhebungen der „TÜV/ DEKRA arge tp 21“. Demnach wurden in den Lkw-Klassen (C1/C1E/C/CE) insgesamt 123.414 theoretische und 123.746 praktische Fahrerlaubnisprüfungen abgelegt. Das entspricht laut TÜV einem Plus von rund 3500 Theorie- (3 Prozent) und rund 4700 Praxisprüfungen (4 Prozent) gegenüber 2024. Auch im Busverkehr blieben die Prüfungszahlen im Jahr 2025 auf einem hohen Niveau. In den Bus-Klassen (D1/D1E/D/DE) wurden bundesweit 15.518 theoretische Prüfungen durchgeführt – ein Rückgang um etwa 250 Prüfungen im Vergleich zum Vorjahr (minus 1,5 Prozent). Gleichzeitig stieg die Zahl der praktischen Prüfungen auf 20.688. Das sind rund 2000 Prüfungen mehr als im Jahr 2024 (plus 11 Prozent). Fani Zaneta, Referentin Fahrerlaubnis, Fahreignung und Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband, kommentierte die Zahlen: „Die hohen Prüfungszahlen zeigen ein anhaltendes Interesse an diesem Berufsweg. Gerade der Zuwachs bei den Bus-Prüfungen ist ein gutes Signal für den ÖPNV.“
Hohe Bestehensquoten bei Berufskraftfahren
In der Klasse B liegt die Nichtbestehensquote bei 44 Prozent in der Theorie und bei 37 Prozent in der Praxis. In den Lkw-Klassen (C1/C1E/C/CE) liegt die Nichtbestehensquote bei 14 Prozent in der Theorie und bei 15 Prozent in der Praxis. Auch die Bus-Fahrschüler:innen schneiden in den Prüfungen besser ab als Prüflinge in Klasse B. Im Jahr 2025 haben 83 Prozent die Theorieprüfung und 76 Prozent die praktische Prüfung für die Busführerschein bestanden, 17 Prozent scheiterten in der Theorie und 24 Prozent in der Praxis. Gegenüber 2024 hat sich die Theorie-Nichtbestehensquote um zwei Prozentpunkte verbessert (2024: 19 Prozent), während die Nichtbestehensquote in der praktischen Prüfung um zwei Prozentpunkte schlechter geworden ist (2024: 22 Prozent).
Entwicklung in Bus-Klassen besonders dynamisch
In der längerfristigen Betrachtung zeigt sich insgesamt aber eine leichte Verschlechterung: Im Jahr 2016 haben 16 Prozent die Theorieprüfung für den Bus-Führerschein und 15 Prozent die praktische Prüfung nicht bestanden. „Die hohen Bestehensquoten zeigen, wie professionell sich viele Bewerberinnen und Bewerber auf die Prüfungen und ihren Berufseinstieg vorbereiten und, dass sie ihre Verantwortung für die Verkehrssicherheit ernst nehmen“, sagte Zaneta. Seit 2016 stieg die Zahl der Prüfungen in den Lkw-Klassen (C1/C1E/C/CE) um 30 Prozent (Theorie) und 35 Prozent (Praxis). Auch bei den Bus-Klassen (D1/D1E/D/DE) liegen die Werte aus dem Jahr 2025 deutlich über dem Niveau von 2016: Die Zahl der Prüfungen stieg in zehn Jahren um 44 Prozent in der Theorie und um 47 Prozent in der Praxis. Seit dem Jahr 2021 ist die Entwicklung in den Bus-Klassen besonders dynamisch: die Theorieprüfungen nahmen um 70 Prozent zu und die praktischen Prüfungen um 75 Prozent.
TÜV begrüßt steigende Prüfungszahlen
„Die steigenden Prüfungszahlen sind ein gutes Signal: Mehr qualifiziertes Fahrpersonal ist eine Grundvoraussetzung, damit der Nahverkehr ausgebaut und die Ziele der Verkehrswende erreicht werden können“, sagte Zaneta. In der Zehnjahresbetrachtung zeige sich ein klarer Aufwärtstrend, allerdings reiche das nicht aus, um die Fachkräftelücke zu schließen. In der Personenbeförderung fehlen Fachkräfte. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) beziffert den Engpass aktuell auf rund 20.000 Busfahrer, bis 2030 wird ein zusätzlicher Fehlbedarf von rund 50.000 bis 60.000 Personen erwartet.