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AdBlue-Produktion: SKW Priesteritz "wärmt sich auf"

Die Harnstofflösung Adblue wird bei der Abgasnachbehandlung von Dieselmotoren eingesetzt
© Foto: picture alliance/dpa | Stefan Puchner

Überraschende Wende: Die SKW Stickstoffwerke Piesteritz, einer der größten Hersteller von AdBlue in Deutschland, haben nach drei Wochen Betriebsstopp ihre Maschinen wieder in Betrieb genommen. Produziert wird aber auch jetzt noch nicht wieder, man wartet auf Hilfen vom Bund.


Datum:
16.09.2022
Autor:
dpa/Anja Kiewitt
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Einer der größten deutschen Produzenten von Düngemittel und dem Kraftstoffzusatz Adblue fährt nach rund dreiwöchigem Stillstand eine von zwei Anlagen wieder hoch. Produzieren werde die Anlage der SKW Stickstoffwerke Piesteritz im sachsen-anhaltischen Wittenberg aber noch nicht wieder umgehend, sagte ein SKW-Sprecher am Montag. "Jeder Sportler wärmt sich auf, bevor er 100 Meter sprintet. Wir wärmen uns auf", erklärte er.

Hoffen auf Befreiung von der Gasumlage

Der Startschuss für die Herstellung falle dann, wenn die Politik ein verlässliches Zeichen sende. Ein solches Zeichen könnte seinen Angaben zufolge sein, wenn die SKW von der Gasumlage befreit werde oder die umstrittene Umlage gänzlich abgeschafft werde. Angesichts der Gaskrise hatte SKW die Produktion von Ammoniak und Harnstoff gestoppt. Grund seien die extrem hohen Gaspreise und die Gasumlage, hatte ein Sprecher des Unternehmens gesagt. Die Energiekrise treffe SWK besonders hart, da die Produktion sehr viel Gas benötige. SKW müsse monatlich voraussichtlich 30 Millionen Euro Gasumlage zahlen. Das sei finanziell nicht zu stemmen.

80 Prozent der Busse in Deutschland betroffen

Die Harnstofflösung Adblue wird bei der Abgasnachbehandlung von Dieselmotoren eingesetzt und bewirkt eine Verringerung der ausgestoßenen Stickoxide um bis zu 90 Prozent. "Ohne die Dieselbeimischung AdBlue müssten 80 Prozent der 80.000 Busse in Deutschland stillliegen. Bei den knapp 3.000 privaten und mittelständischen Busunternehmen sind also rund 65.000 Busse von dem AdBlue-Mangel und der damit einhergehenden bizarren Preisentwicklung betroffen", erklärt Christiane Leonard, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmen (bdo).

Druck unter anderem aus Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) zeigte sich in Bezug auf Hilfe vom Bund optimistisch. Der CDU-Politiker stehe in engem Kontakt mit dem Bundesministerium und auch mit SKW Piesteritz, sagte er am Montag. Er sei sehr dankbar, dass der Druck, der unter anderem aus Sachsen-Anhalt aufgebaut worden sei, Früchte trage. Er glaube, dass es eine gute Lösung geben werde, um die systemrelevanten Bereiche etwa mit den Produkten der chemischen Industrie zu beliefern, sagte er.

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