Die Arbeitgeber haben angeboten, die Tabellenentgelte zum 1. April 2009 um 2,6 % und zum 1. Januar 2010 um 2,4 % zu erhöhen. Außerdem sollen die Beschäftigten im Nahverkehr eine Einmalzahlung von 200 Euro erhalten. Für den Fahrdienst in Schicht- und Wechselschicht gibt es darüber hinaus eine weitere finanzielle Verbesserung: die Zulagen in diesem Bereich sollen um 20 % erhöht werden. Das bedeutet zusätzlich zur 5,1-prozentigen Erhöhung des Monatsentgelts bei Schichtarbeit 19,43 Euro, bei Wechselschichtarbeit 30,68 Euro monatlich mehr. Das sei finanziell besser, als der Tarifabschluss bei der Bahn (4,5 % in zwei Stufen) und deutlich mehr als das Angebot der Länder für die dort Beschäftigten 4,2 % in zwei Stufen). Dieses Angebot (Gesamtvolumen ca. 6 %) können die öffentlichen Arbeitgeber nur finanzieren, wenn dem eine maßvolle Erhöhung der Arbeitszeit gegenüber steht. „Rücklagentöpfe“, aus denen Lohnerhöhungen finanziert werden könnten, existieren nicht. Letztlich müssen die Fahrpreise auf der Basis der tatsächlichen Kostenentwicklung kalkuliert und festgesetzt werden; dazu gehören ganz wesentlich auch die Entgeltsteigerungen. Angesichts der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sei unverständlich, dass die Gewerkschaften eine Verhandlung über dieses Angebot in der letzten Verhandlungsrunde abgelehnt haben und meinen, erneut zu Streikmaßnahmen greifen zu müssen. Wenn die Verhandlungen am 2. und 3. März 2009 in München fortgesetzt werden, ist es aus Sicht der Arbeitgeber an der Zeit, auf der Grundlage des finanziell Machbaren und des wirtschaftlich Vertretbaren zu einem Ergebnis zu kommen.
Arbeitgeberverband: Verhandeln statt streiken
Nach Ansicht der Arbeitgeber sind die Streiks im Nahverkehr überflüssig. Es wäre besser, wenn die Gewerkschaften über das seit dem 5. Februar auf dem Tisch liegende Angebot verhandeln würden, statt dieses als nicht verhandelbar zu bezeichnen.