Fahrgastzahlen: Regionaler Busverkehr leidet unter Rückgang

02.02.2012 14:45 Uhr

Während in Großstädten und Ballungsräumen die Nachfrage nach dem Verkehrsmittel Bus überproportional steigt, wirkt sich im ländlichen Raum die demografische Entwicklung negativ aus.

Dies berichtet der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). „Wir haben zwar insgesamt bundesweit einen Fahrgastzuwachs, aber gerade in ländlichen Regionen und Kleinstädten haben die Unternehmen angesichts sinkender Bevölkerungszahlen und vor allem weniger Schülern eher mit Fahrgastrückgängen zu kämpfen“, so VDV-Präsident Jürgen Fenske. Im regionalen Busverkehr seien die Fahrgastzahlen daher im letzten Jahr um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Und auch in Städten mit weniger als 100.000 Einwohnern seien die Zahlen im Busverkehr rückläufig. Nichtsdestotrotz nutzen immer mehr Menschen den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Deutschland: Im Jahr 2011 fuhren mehr als 9,7 Milliarden Fahrgäste mit Bussen und Bahnen. Das entspricht einer Steigerung von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Seit 2002 sind die Kundenzahlen damit um fast acht Prozent beziehungsweise 700 Millionen Fahrgäste gestiegen. „Die Nachfrage nach ÖPNV in Deutschland steigt seit Jahren. Das ist erfreulich und ein deutliches Zeichen dafür, dass die Nahverkehrsunternehmen landesweit erfolgreich arbeiten“, bilanziert Fenske. Ebenso wie die Fahrgastzahlen stieg im vergangenen Jahr auch die Verkehrsleistung im ÖPNV: Busse und Bahnen fuhren insgesamt über 91 Milliarden Personenkilometer und legten damit 874 Millionen Kilometer mehr zurück als 2010. „Erstmals fuhren die ÖPNV-Unternehmen im Jahr 2011 täglich über 250 Millionen Personenkilometer. Damit haben sie ihre Verkehrsleistung nochmal um fast ein Prozent gesteigert“, so Fenske weiter. Durch den erfreulichen Kundenzuwachs sind auch die Erträge aus der Fahrgastbeförderung weiter gestiegen. Nachdem diese bereits im Jahr 2010 die Grenze von zehn Milliarden Euro erstmals knapp überschritten hatten, war das Jahr 2011 noch erfolgreicher: Mit rund 10,3 Milliarden Euro wurde das Ergebnis aus dem Vorjahr (10,018 Milliarden Euro) deutlich übertroffen. „Der deutsche ÖPNV wird immer effizienter und ist auch ökonomisch betrachtet auf einem richtig guten Weg. Busse und Bahnen galten lange Zeit als hochgradig defizitär, aber die steigenden Einnahmen und ein Kostendeckungsgrad von durchschnittlich über 77 Prozent beweisen das Gegenteil. ÖPNV ist in Deutschland mittlerweile deutlich wirtschaftlicher als in anderen großen europäischen Industrienationen“, erklärt Fenske. Der Kostendeckungsgrad der deutschen Nahverkehrsunternehmen lag im Jahr 2010 bei durchschnittlich 77,1 Prozent. Durch Änderungen der gesetzlichen Bilanzierungsvorschriften ist er damit um 0,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Nach alter Rechnung wäre er um 0,2 Prozentpunkte auf dann 77,6 Prozent gestiegen, so der VDV. (ah)

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