Kraftstoffpreis-Explosion gefährdet private Busunternehmen

27.02.2012 16:04 Uhr
Diesel Tanken Treibstoff Zapfsäule Benzin Sprit Kraftstoff
© Foto: Norbert Millauer/dapd

Die explosionsartige Entwicklung der Kraftstoffpreise bringt zahlreiche private Omnibusunternehmen in Bayern in akute Existenznöte.

Dies berichtet der Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmen (LBO) in einer Pressemitteilung. Innerhalb von 24 Monaten sei der Dieselpreis um über 30 Prozent gestiegen. Dies sei für die überwiegend mittelständischen, familiengeführten Busunternehmen in Bayern „mit ihren ohnehin schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen existenzgefährdend“. Eine Vielzahl der 25.000 Arbeitsplätze stehe auf dem Spiel. LBO-Präsident Heino Brodschelm fordert die Bundesregierung deshalb unverzüglich auf, die Notbremse zu ziehen und den Omnibusverkehr steuerlich zu entlasten. Die privaten Busunternehmen stehen mit dem Rücken zur Wand. „Die Unternehmen können den dramatisch gestiegenen Dieselpreis angesichts des Wettbewerbs beziehungsweise aufgrund bestehender Altverträge weder im Busreiseverkehr noch im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) an den Kunden weitergeben“, so Brodschelm. Ein durchschnittlicher Busbetrieb mit zehn Fahrzeugen und einer Jahreskilometerleistung von 70.000 Kilometern pro Bus müsse heute fast 60.000 Euro mehr pro Jahr für die Tankrechnung aufwenden als noch vor zwei Jahren. Während ein Liter Diesel im Januar 2010 laut Statistischem Bundesamt noch für 0,90 Euro zu haben gewesen sei, habe dieser im Januar 2012 im Großeinkauf 1,18 Euro gekostet. Die Kraftstoffkosten machten inzwischen 16 bis 20 Prozent der gesamten Betriebskosten eines Busbetriebs aus. Der LBO fordert daher, das Omnibusgewerbe von der Mineralölsteuer zu entlasten. „Gerade in einer Zeit, in der sich die Bundesregierung verstärkt für den Klimaschutz einsetzt, ist es nicht nachvollziehbar, dass das umweltfreundlichste Verkehrsmittel Omnibus nicht ebenso gefördert wird, wie der Flug- oder Schienenverkehr“ mahnt LBO-Präsident Brodschelm. 60 Prozent der Fahrgäste im bayerischen ÖPNV seien auf den Bus tagtäglich angewiesen. (ah)

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