LBO empfiehlt „Runde Tische" für mehr Verkehrssicherheit

20.12.2010 10:54 Uhr
Busunfall Miltenberg
© Foto: Timm Schamberger/DAPD

Mit Sorge registriert der Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmen (LBO) die große Zahl von Glätteunfällen in diesem Winter.

Insbesondere der tragische Busunfall vom 15. Dezember im fränkischen Miltenberg, bei dem ein Linienbus bei spiegelglatter Fahrbahn in ein Wohnhaus prallte, zeige, dass die derzeitigen Straßenverhältnisse Ursache von schweren Unfällen auch mit Bussen sein könnten. Der LBO habe deshalb die Einrichtung von lokalen "runden Tischen" vorgeschlagen, die bei extremen Witterungsbedingungen kurzfristig über verkehrliche Maßnahmen entscheiden. Der tragische Busunfall in Miltenberg werfe Fragen auf. Der erfahrene Buschauffeur habe offensichtlich trotz Winterreifen sein Fahrzeug nicht mehr kontrollieren und nur noch durch Hupen auf die Gefahr aufmerksam machen können. Der Räum- und Streudienst außerhalb der Autobahnen sei eingeschränkt worden. Die Kommunen und Straßenmeistereien verfügten nicht immer über genügend Streusalz. Experten stellten sich daher die Frage, ob der Verkehrsunfall bei einem besseren Winterdienst hätte verhindert werden können. "Wenn Busse bei Schnee und Eis Menschen sicher befördern sollen, müssen sie rutschsicher fahren können. Die Räum- und Streupflicht ist eine gesetzlich geregelte Verkehrssicherungspflicht", erinnert LBO-Präsident Heino Brodschelm. Um weitere schwere Unfälle zu vermeiden, habe der LBO angesichts der aktuellen Witterungsbedingungen deshalb gegenüber dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie die Einrichtung von runden Tischen auf lokaler Ebene vorgeschlagen. Die Federführung für diese runden Tische sollte nach Meinung des LBO bei den Kommunen (Landkreis/Stadt) liegen und Verkehrsbehörden, Verkehrsunternehmen, Ordnungsämter und Räumdienste mit einbinden. Dieser Kreis sollte bei entsprechenden Witterungsverhältnissen die Situation analysieren und verkehrliche Sofortmaßnahmen, notwendige Beschränkungen oder Warnungen beschließen, die von den örtlichen Busunternehmen und anderen Verkehrsteilnehmern sofort umgesetzt werden könnten. "Es kann nicht sein, dass bei spiegelglatten Straßen der Busfahrer in seiner Entscheidung allein gelassen wird, ob er noch fährt oder nicht", so LBO-Präsident Brodschelm. Analog den Lawinenkommissionen könnten solche örtlichen Expertenrunden deshalb zu mehr Sicherheit auf winterlichen Straßen beitragen. Im Schwarzwald habe man mit einem solchen Projekt bereits gute Erfahrungen gemacht. Unabhängig davon stellt der LBO seinen Mitgliedsbetrieben und ihren Fahrern Merkblätter zur Winterausrüstungspflicht, Fahrzeug- und Notfallchecklisten sowie Verhaltensempfehlungen zur Verfügung. (ah)

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