Der Dieselpreis schwanke aktuell in München zwischen 1,439 und 1,459 Euro pro Liter. Im Februar 2010 habe der Durchschnittspreis noch 1,15 Euro betragen. Dies entspreche einer Kostensteigerung von über 25 Prozent innerhalb eines Jahres. Meist könnten die Unternehmen die Kostensteigerung aufgrund bestehender Verträge nicht an ihre Kunden weitergeben und blieben darauf sitzen. Dies sei für die überwiegend mittelständischen, familiengeführten Busunternehmen in Bayern existenzgefährdend. Eine Vielzahl der 25.000 Arbeitsplätze stehe auf dem Spiel. LBO-Präsident Heino Brodschelm fordert die Bundesregierung deshalb auf, die Notbremse zu ziehen und den umweltfreundlichen Omnibusverkehr steuerlich zu entlasten. Ein durchschnittlicher Busbetrieb im Stadtverkehr mit zehn Fahrzeugen und einer Jahreskilometerleistung von 70.000 Kilometern pro Bus müsse nun fast 84.000 Euro mehr pro Jahr für die Tankrechnung aufwenden als noch vor einem Jahr. Die Kraftstoffkosten machten inzwischen 16 bis 20 Prozent der gesamten Betriebskosten eines Busbetriebs aus. Der LBO hat seine Mitgliedsunternehmen daher aufgefordert, Auftraggeber und Kunden zu informieren, dass die Preise im Nah- und Reiseverkehr entsprechend der Kostenentwicklung angepasst werden müssen. Gleichzeitig müsse die Politik das Omnibusgewerbe von der Mineralölsteuer entlasten. Eine entsprechende Resolution habe der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) in Berlin gestern einstimmig in seiner Mitgliederversammlung beschlossen. Gerade in einer Zeit, in der sich die Bundesregierung verstärkt für den Klimaschutz einsetze, sei es nicht nachvollziehbar, dass das umweltfreundlichste Verkehrsmittel Omnibus nicht ebenso gefördert werde wie der Flug- oder Schienenverkehr. (ah)
LBO fordert Steuerentlastung für Busverkehr
Die explosionsartige Entwicklung der Kraftstoffpreise bringt nach Angaben des Landesverbandes Bayerischer Omnibusunternehmen (LBO) zahlreiche Betriebe in Bayern in Bedrängnis.