Österreich: Forschungsprojekt testet autonome Busse im Linienverkehr

20.07.2026 10:03 Uhr | Lesezeit: 2 min
Bahnhof ST.PAUL IM LAVANTTAL - ÖSTERREICH:
In St. Paul im Lavanttal (Kärten) wird beim Projekt "ROBERTA" eine zweite Pilotstrecke auf 24 Kilometern entstehen
© Foto: picture alliance/Barbara Grindl/APA/picturedesk.com

In Österreich startet mit „ROBERTA“ ein groß angelegtes Forschungsprojekt für den Einsatz hochautomatisierter Busse im öffentlichen Nahverkehr. Erste Pilotstrecken entstehen in der Steiermark und in Kärnten, wo autonome Fahrzeuge ab Ende 2027 den Linienverkehr ergänzen sollen.

Ein Konsortium aus 19 Partnern unter Leitung der Fachhochschule Oberösterreich verfolgt das Ziel, die Voraussetzungen für den Einsatz hochautomatisierter Busse im öffentlichen Linienverkehr zu schaffen. Bis 2030 sollen dazu in vier österreichischen Bundesländern Pilotregionen eingerichtet werden. Nach dem offiziellen Start in der Steiermark und Kärnten werden die ersten Teststrecken in der Region Deutschlandsberg sowie im Lavanttal aufgebaut.

In der Steiermark ist eine rund 18 Kilometer lange Teststrecke zwischen dem Bahnhof Weststeiermark und Deutschlandsberg entlang der bestehenden Buslinie 764 vorgesehen. Ab Ende 2027 sollen dort hochautomatisierte Busse den regulären Linienverkehr schrittweise ergänzen. Der Demonstrationsbetrieb ist für einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten geplant. Damit soll unter anderem die Verkehrsanbindung des Wirtschaftsraums AREA Süd verbessert werden.

In Kärnten entsteht eine zweite Pilotstrecke zwischen St. Paul im Lavanttal und St. Andrä. Auf dem rund 24 Kilometer langen Abschnitt sollen hochautomatisierte Busse ab Ende 2027 beziehungsweise Anfang 2028 Teilstrecken bestehender Buslinien bedienen. Gemeinsam mit Kärnten Bus will das Projekt die Anbindung an die Koralmbahn stärken und durchgängige Mobilitätsketten schaffen.

Weitere Testregionen sind in Oberösterreich und Tirol geplant.

Ausschließlich elektrisch angetriebene Busse

Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf dem Betrieb mehrerer hochautomatisierter Busse innerhalb einer Flotte. Nach Angaben der Projektpartner soll untersucht werden, wie Fahrzeuge zentral aus einer Leitstelle überwacht werden können. Die Ergebnisse sollen sowohl in europäische Fachgremien als auch in die Weiterentwicklung rechtlicher Rahmenbedingungen einfließen.. Neben der technischen Leistungsfähigkeit geht es dabei auch um Fragen der Sicherheit, Akzeptanz sowie geeignete Betriebs- und Rechtsstrukturen. Auch Fragen des Fahrpersonalmangels, der Elektrifizierung des Busverkehrs sowie mögliche Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte sollen untersucht werden. Nach Angaben der Projektpartner kommen ausschließlich elektrisch angetriebene Busse zum Einsatz.

Verantwortlich für die Pilotregionen in der Steiermark und Kärnten ist das Grazer Innovationszentrum für automatisierte Mobilität ALP.Lab. Nach Angaben des Projekts unterstützen zudem Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer die Arbeiten zum automatisierten Fahren im öffentlichen Verkehr.

Das Forschungsprojekt  „ROBERTA“,läuft von 2026 bis 2030. Der Name steht für: Real World Automated Bus Operation Austria.

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