Daimler Truck will kräftig in die Wasserstofftechnologie investieren

10.09.2026 13:01 Uhr | Lesezeit: 3 min
H2_Coach_Setra
Daimler Buses hat im vergangenen Jahr einen Reisebus mit wasserstoffbasiertem Brennstoffzellenantrieb auf Testfahrten geschickt
© Foto: Daimler Truck

Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck hat noch einmal bekräftigt, dass man bei Antriebstechnologien eine Doppelstrategie verfolgt und auf batterieelektrische Antriebe und Wasserstoff setzen will.

Der Bus- und Lkw-Hersteller Daimler Truck will bis Ende des Jahrzehnts einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag, also mehrere hundert Millionen Euro, in Wasserstoff investieren. Das sagte Karin Rådström, Chefin des Konzerns aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart, der „Deutschen Presse-Agentur“. Man habe „viel in batterieelektrische Fahrzeuge investiert, aber jetzt nehmen wir im nächsten Schritt sehr viel Geld in die Hand, um Wasserstoff zum Erfolg zu verhelfen“, sagte Rådström. 

Wasserstoff als Teil der Dekarbonisierungsstrategie

Im Gespräch erklärte die Managerin, warum Daimler Truck bei der Dekarbonisierung des Transports eine Doppelstrategie verfolgt und neben batterieelektrischen Fahrzeugen auch auf wasserstoffbetriebene Fahrzeuge setzt. „Wenn man sieht, dass viele Automobilhersteller beim Wasserstoff einen Rückzieher machen, ist es uns wichtig, die Botschaft zu setzen, dass wir Wasserstoff im Lkw-Verkehr definitiv als Teil der Lösung für die Dekarbonisierung Europas betrachten“, sagte Rådström. 

Daimler Truck verfolgt Doppelstrategie

Für manche Kunden habe die Nutzung der Wasserstofftechnik Sinn, etwa wegen einer höheren Nutzlast und Reichweite. Auch beim Tanken habe Wasserstoff einen großen Vorteil, da es deutlich schneller gehe, als eine Batterie vollständig aufzuladen. Zudem werde es Grenzen beim Ausbau der Strominfrastruktur geben. In vielen Fällen könnten beide Technologien Sinn machen, da komme es dann auf die je nach Land oft unterschiedlichen Preise für Wasserstoff und Strom sowie die Verfügbarkeit der passenden Infrastruktur an. 

Nicht denselben Fehler wie bei der E-Mobilität machen

„Wir wollen nicht denselben Fehler machen, der im Bereich der Elektromobilität begangen wurde. Deshalb versuchen wir, schon sehr früh Partnerschaften aufzubauen und sicherzustellen, dass sich das gesamte Ökosystem entwickelt“, sagte Rådström. In der vergangenen Woche hatte Daimler Truck angekündigt, gemeinsam mit Konzernen aus den Bereichen Transport, Energie und Industrie an einem Ökosystem für Wasserstoff zu arbeiten. Details dazu sollen auf der IAA Transportation in der kommenden Woche bekanntgegeben werden. 

Erprobung eines Brennstoffzellen-Reisebusses

Im Busbereich hat Daimler Buses im vergangenen Jahr bereits seinen ersten Reisebus mit wasserstoffbasiertem Brennstoffzellenantrieb auf Testfahrten geschickt. Der Technologieträger „H2 Coach“ der Marke Setra soll „den Weg zur Zukunft von lokal emissionsfreien längeren Busreisen“ eben, zusätzlich zu batterieelektrischen Reisebussen, hieß es damals. Daimler Buses plant bis zum Ende der Dekade batterieelektrisch angetriebene Reisebusse im Portfolio zu haben, Brennstoffzellen‑Reisebusse sollen dann „in einem nächsten Schritt in Serie gehen.“ Die Reichweite des H2 Coach mit einer Tankfüllung hat der Hersteller mit „Minimum 800 Kilometern“ definiert.

HASHTAG


#Daimler Truck

MEISTGELESEN


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


www.omnibusrevue.de ist das Online-Portal der monatlich erscheinenden Zeitschrift OMNIBUSREVUE aus dem Verlag Heinrich Vogel, die sich an Verkehrsunternehmen bzw. Busunternehmer und Reiseveranstalter in Deutschland, Österreich und der Schweiz richtet. Sie berichtet über Trends, verkehrspolitische und rechtliche Themen sowie Neuigkeiten aus den Bereichen Management, Technik, Touristik und Handel.