VCD Bayern: Umbau des Verkehrssystems ist überfällig

11.04.2012 16:04 Uhr
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Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert die Politik auf, angesichts der steigenden Spritpreise ernsthaft den Umbau des Verkehrssystems anzugehen.

„Das Ölfördermaximum wurde 2008 erreicht. Seitdem klaffen Angebot und Nachfrage immer weiter auseinander. Und damit steigen die Preise", erklärt Bernd Sluka, der Vorsitzende des VCD Bayern. Eine wesentliche Verbilligung sei nicht mehr zu erwarten. Die Preise für Kraftstoffe würden auch in den nächsten Jahren weiter ansteigen. Das verdrängten Politiker gerne.

„Um in Anbetracht dieser Zukunft die Menschen mobil zu halten, müssen jetzt die Alternativen zum Auto ausgebaut werden", bekräftigt Sluka. Vor allem sollte nach seiner Meinung der „günstigere öffentliche Verkehr in der Fläche gestärkt werden“. Sluka nennt Beispiele: „Der Ausbau der Bahn, die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken, ein Busnetz, das seinen Namen verdient und vertaktete Anschlüsse mit der Bahn herstellt, wurden bis auf regionale Ausnahmen jahrzehntelang vernachlässigt.“ Gefordert sei auch und besonders die bayerische Staatsregierung, die zusammen mit ihren Straßenbaubehörden einseitig durch Straßenbau die Abhängigkeit vom Auto und damit von billigem Sprit verschärft habe. „Selbst in Regionen, in denen der Autoverkehr in den nächsten Jahren zurückgehen wird, sollen immer noch neue Straßen gebaut werden. So kann man auch, ganz ohne eine Bank zu kaufen, Steuergelder in den Sand setzen!", entrüstet sich Sluka.

Jetzt die Pendlerpauschale zu erhöhen, sei nach Ansicht des VCD ein völlig falscher Weg. „Kurzfristige Wahlkampfgeschenke helfen nicht den Menschen“, urteilt der bayerische VCD-Vorsitzende. Dadurch würde nur die Zersiedlung subventioniert und die Abhängigkeit vom Auto zementiert. Spätestens, wenn die Spritpreise weiter steigen, würde die nächste Krise damit nur umso härter ausfallen. Stattdessen sollte sich Bayern und die Bundesregierung bei der EU dafür einsetzen, dass die Verbrauchsgrenzwerte für Autos in den nächsten Jahren rascher gesenkt werden als bisher.  „Werden die Automobilhersteller angeleitet, verbrauchsärmere Autos zu bauen, steigt das Angebot und die Preise sinken“, sagt Sluka. Wer in den nächsten Jahren weiter auf ein Auto angewiesen sein werde, erhalte so ein noch bezahlbares Fortbewegungsmittel. (ah)

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