Bushersteller: Der Crossway feiert Geburtstag

22.05.2026 12:14 Uhr | Lesezeit: 3 min
Linienbus_Crossway_NVV
Der Crossway ist für Linienverkehre auf kurzen Distanzen, Werks- sowie Schülerverkehr konzipiertund in zahlreichen Regionen, wie hier im Gebiet des NVV, im Einsatz
© Foto: NVV

Seit zwei Jahrzehnten gehört der Iveco Crossway zu den prägenden Fahrzeugen im europäischen Überlandverkehr. Nach Angaben des Herstellers wurden seit der Markteinführung im Jahr 2006 mehr als 65.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Inzwischen umfasst die Baureihe neben Diesel- und Gasantrieben auch Hybrid- und batterieelektrische Varianten.

Mit dem Crossway brachte Iveco Bus im Jahr 2006 einen Überlandbus auf den Markt, der sich in vielen europäischen Ländern als Standardfahrzeug im Regionalverkehr etablierte. Produziert wird die Baureihe im tschechischen Werk Vysoké Mýto, einem der größten Busstandorte Europas. Nach Herstellerangaben entfallen rund 60 Prozent der gesamten Iveco-Bus-Produktion auf das Werk.

Der Crossway wird heute in unterschiedlichen Varianten angeboten, darunter klassische Hochbodenfahrzeuge, Low-Entry-Versionen sowie Modelle mit Diesel-, CNG-, Hybrid- und Elektroantrieb. Laut Iveco liegt der Marktanteil der Baureihe im europäischen Überlandsegment inzwischen bei über 50 Prozent.

Auch die batterieelektrische Version des Crossway LE gehört mittlerweile zum Portfolio. Die OMNIBUSREVUE konnte den Crossway LE Elec bereits ausführlich testen. Dabei zeigte sich, dass Iveco die bestehende Fahrzeugplattform weitgehend beibehalten hat. Statt eines konventionellen Dieselantriebs arbeitet im Heck ein elektrischer Zentralmotor vom Typ Siemens ELFA III mit einer Spitzenleistung von 310 kW und bis zu 3.000 Newtonmetern Drehmoment.

Der Crossway im Test der OMNIBUSREVUE

Im Fahrbetrieb fiel vor allem die geringe Geräuschentwicklung auf. Nach Eindrücken der Redaktion arbeitet der elektrische Antrieb sehr ruhig, auch Fahrwerks- und Aufbaurgeräusche hielten sich im Testfahrzeug in Grenzen. Gleichzeitig blieb das Fahrzeugkonzept klar auf den klassischen Überlandeinsatz ausgerichtet. Der Innenraum ist sachlich gestaltet, zahlreiche Komponenten stammen aus den konventionellen Crossway-Modellen. Dazu zählen unter anderem das Cockpitlayout, große Bedienelemente sowie die bekannte Fahrerarbeitsplatzstruktur.

Eine Plattform wird weiterentwickelt

Technisch bleibt der Crossway damit auch in der elektrischen Ausführung klar als Überlandbus erkennbar. Iveco verzichtete auf ein vollständig neues Fahrzeugkonzept und entwickelte stattdessen die bestehende Plattform weiter. Gerade im Regionalverkehr dürfte dieser Ansatz für viele Betreiber eine wichtige Rolle spielen, da sich Fahrzeuglayout, Bedienung und Einsatzprofil nur in begrenztem Umfang verändern.

Das Überlandsegemt als wichtige Säule des ÖPV in Europa

Mit dem Jubiläum verweist Iveco Bus zugleich auf die Bedeutung des Überlandsegments in Europa. Während elektrische Stadtbusse inzwischen vielerorts zum Alltag gehören, befindet sich der batterieelektrische Regionalverkehr weiterhin in einer Phase des Ausbaus. Der Crossway LE Elec zählt dabei zu den Fahrzeugen, mit denen Hersteller versuchen, den klassischen Überlandbus schrittweise auf alternative Antriebe umzustellen.

Ergänzend zum Artikel hat die OMNIBUSREVUE den batterieelektrischen Crossway LE Elec auch im Videoformat vorgestellt. Im Rahmen eines Beitrags auf dem YouTube-Kanal BUS TV präsentiert Technikredakteur Sascha Böhnke das Fahrzeug ausführlich im Fahrbetrieb und geht unter anderem auf Fahrerarbeitsplatz, Innenraum, Antriebstechnik sowie das Fahrverhalten des Überlandbusses ein. Der Film zeigt dabei vor allem die praktische Umsetzung des elektrischen Antriebskonzepts im Regionalverkehr.

Warum das relevant ist

Kaum ein anderer Überlandbus ist in Europa so stark verbreitet wie der Crossway. Entsprechend genau beobachtet die Branche, wie Hersteller den Schritt zu alternativen Antrieben im Regionalverkehr umsetzen. Iveco setzt dabei auf eine Elektrifizierung der bestehenden Plattform statt auf ein vollständig neues Fahrzeugkonzept. Für viele Betreiber könnte genau dieser Ansatz entscheidend sein.

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