WBO rechnet mit Streiks

21.07.2014 13:32 Uhr
Streik
© Foto: WBO

Der Tarifkonflikt im privaten Omnibusgewerbe setzt sich fort: Der Verband baden-württembergischer Omnibusunternehmer geht von erneuten Streiks der bei Verdi organisierten Busfahrer aus.

Im Tarifstreit des privaten Omnibusgewerbes in Baden-Württemberg gibt es auch weiterhin keine Einigung. Laut einer Mitteilung des Verbands Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer (WBO) hat Verdi ein Angebot über 4,6 Prozent mehr Lohn „ohne weitere Verhandlungen abgelehnt“.


Eberhard Geiger, Verhandlungsführer des WBO, sagte dazu: „Leider zeigte sich Verdi auch in dritter Verhandlungsrunde nicht abschlussfähig. Wir haben uns bewegt und ein gutes Angebot unterbreitet. Die andere Seite war aber nicht zu weiteren Verhandlungen bereit. Die Fahrgäste müssen daher in den beiden nächsten Wochen wieder mit Streiks rechnen. Wir sind unverändert gesprächsbereit und auch abschlussbereit. Verdi muss aber endlich den Realitäten ins Auge sehen.“


Der WBO geht von vereinzelten Streiks in den beiden Wochen vor den Sommerferien aus. Die betroffenen Unternehmen sowie der Verband seien bemüht, die Fahrgäste frühzeitig über Ausfälle zu informieren. Allerdings habe Verdi laut der Pressemitteilung bei den letzten Streikaktionen etliche Betriebe im Vorfeld nicht informiert. „Die Fahrgäste werden mit weiteren Unannehmlichkeiten konfrontiert. Verdi will die Auseinandersetzung bewusst auf dem Rücken der Fahrgäste austragen, was wir bedauern“, so Geiger.

Der WBO-Tarif ist nach Angaben des Verbands der mit Abstand höchste Lohntarif im privaten Busgewerbe in ganz Deutschland. Berufskraftfahrer würden derzeit einen Stundenlohn von 15,31 Euro plus Zuschläge erhalten. Das seien in Baden-Württemberg über drei Euro mehr als beispielsweise in Bayern. Verdi fordere gegenwärtig einen Stundenlohn von mindestens 16,31 Euro. Dies kann laut WBO von den Busbetrieben nicht erwirtschaftet werden. Auch seien den Fahrgästen Preiserhöhungen von fünf bis zehn Prozent nicht zuzumuten.

„Busfahren ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Daher ist uns eine ordentliche Entlohnung des Fahrpersonals wichtig. Dennoch können wir völlig überzogenen Forderungen nicht zustimmen. Wir würden damit Existenzen bei unseren Mitgliedsbetrieben aufs Spiel setzen“, sagte Geiger. (ts)

 

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