Basierend auf hochpräzisen topografischen Streckendaten und einem GPS-Signal liefert das System dem Abstandsregeltempomaten und anderen elektronischen Steuergeräten im Fahrzeug das dreidimensionale Profil der vorausliegenden Fahrtstrecke. Zusammen mit den OE-Softwareentwicklungen des Fahrzeugherstellers, die die Fahrweise dem Straßenverlauf anpassen, sorgt der eHorizon so für kraftstoffsparendes Fahren. Beispielsweise beschleunigt das Fahrzeug vor einer Steigung, um das verfügbare Drehmoment optimal auszunutzen und möglichst wenig zu schalten.
Allein im letzten Jahr integrierten MAN und ein weiterer großer europäischer Lkw-Bauer das Sensorsystem. Mehrere Produktionsstarts in Europa und Nordamerika sind für dieses Jahr in Vorbereitung. Bei MAN ist das System, das aus dem eHorizon und MAN-Entwicklungen besteht, unter dem Namen Efficient Cruise verfügbar. Vom TÜV bestätigte Feldtests ergaben eine Spritersparnis von über sechs Prozent, so Continental. Nach Berechnungen von Continental können Nutzfahrzeugflotten mit dem eHorizon, ohne OEM-spezifische Entwicklungen, die nochmalige Verbesserungen bringen können, mindestens bis zu drei Prozent Kraftstoff sparen. Bei der Entwicklung des Sensorsystems arbeitet Continental mit dem Location Cloud-Entwickler HERE zusammen, der das Kartenmaterial liefert.
Continental entwickelt das erfolgreiche Serienprodukt kontinuierlich weiter: In der nächsten Ausbaustufe, dem vernetzten eHorizon, kann das Sensorsystem vom Fahrzeug erfasste Daten lokal speichern und an eine cloudbasierte Umgebung übertragen. Dort werden die Daten von sämtlichen Fahrzeugen fusioniert und allen Nutzern für Kartenaktualisierungen regelmäßig zur Verfügung gestellt. So können beispielsweise detaillierte Informationen in eine digitale Karte einfließen oder für Strecken, für die nur lückenhafte Kartendaten vorliegen, neue Karten erzeugt werden.
In der finalen Ausbaustufe, dem dynamischen eHorizon, wird das digitale Kartenmaterial durch die Vernetzung mit der ortsbezogenen Cloud (Location Cloud) von HERE in Echtzeit aktualisiert. Darüber hinaus will Continental die Karten mit weiteren für die Verkehrsteilnehmer wichtigen Informationen anreichern. Dann warnt das System den Fahrer auch vor plötzlich eintretenden Ereignissen wie schlechtem Wetter, Unfällen oder Staus. Der dynamische eHorizon kann Fahrerassistenzsysteme, Bremse oder Lenkung schon auf die kommende Verkehrssituation vorbereiten, bevor die Fahrzeugsensoren die Situation erfassen. Meldet er beispielsweise ein Stauende hinter einer Kurve, könnte ein automatisiertes Fahrzeug sanft die Geschwindigkeit reduzieren, anstatt erst dann eine Vollbremsung einzuleiten, wenn die Sensoren das Hindernis erkennen. (ah)