Ein vielleicht bahnbrechendes Projekt haben in der Schweiz der Dürener Hersteller von RFID Etiketten und Tickets, X-ident technology, die Verkehrsbetriebe St. Gallen und Blindenvereine gestartet. Dabei werden die für eine Busreise benötigten Informationen wie Haltestelle, Busnummer, Richtung, Zielstation, die bisher nur auf optischem Wege zu erschließen waren, akustisch verfügbar gemacht. Dies geschieht über ein System aus RFID-Transpondern, tragbaren Sende- und Empfangseinheiten und fest installierten Sende- und Empfangseinheiten in Fahrzeugen. X-ident technology hat dafür mehrere 10.000 kundenspezifische Etiketten geliefert, die als Transpondereinheiten an die Haltestellen angebracht werden. Das System des Schweizer Ingenieurbüros Bones AG heißt Pavid (Personal Assistant for Visually Impaired People). Der Benutzer scannt mit dem Multifunktionsgerät einen RFID-Transponder an der Haltestelle. Über Sprachausgabe werden Haltestelle, mögliche Busnummern, Fahrtrichtungen und Umgebungsinformationen übermitteln. Dann wählt die Person über die Eingabeknöpfe die gewünschte Busnummer aus. Naht ein Bus, empfängt das Multifunktionsgerät die Daten von einer fest installierten Sendeeinheit aus dem Bus. Handelt es sich um die gewünschte Linie, vibriert das Handgerät und sagt die Liniennummer und die die Fahrtrichtung des Busses an. Auf Knopfdruck erhält der Busfahrer eine Nachricht, dass die sehbehinderte oder blinde Person einstiegen möchte. Wird die Ziel-Haltestelle angesagt, drückt der Nutzer erneut auf einen Knopf, der Haltewunsch wird an den Busfahrer gesendet.
Neues System für Blinde und Sehbehinderte im ÖPNV
In St. Gallen haben die Verkehrsbetriebe zusammen mit mehreren Blindenvereinen und –verbänden ein Projekt ins Leben gerufen, das die Reise per Bus im ÖPNV vereinfachen und so die Mobilität der Sehbehinderten erhöhen soll.