Volvo will Verbrauch von Hybridbussen optimieren

04.08.2010 17:24 Uhr
Volvo Hybrid-Bus
© Foto: Volvo

Im Rahmen des EU-Forschungsprojekt „Highly Automated Vehicles for Intelligent Transport“ entwickelt Volvo ein System, um den Kraftstoffverbrauch von Hybridbussen weiter zu senken.

„Ziel ist es, eine Software zu entwickeln, die eine Vorhersage der Verkehrssituation ermöglicht, in der sich das Fahrzeug in den folgenden zwei bis drei Minuten befindet“, erklärt Maria Bruce, Projektleiterin bei Volvo Technology. Dieses Wissen ermögliche dann, das Hybridsystem so zu konzipieren, dass die Bremsenergie optimal gewonnen und eingesetzt werden könne. Wenn der Bus beispielsweise eine Steigung hinauffährt und die Software antizipiert, dass kurz darauf ein entsprechendes Gefälle ansteht, lässt sich die beim Bremsen gewonnene Energie der Batterie noch effizienter einsetzen. „Wir nutzen Technolgien wie GPS, um eine zu befahrende Route mit all ihren Steigungen, Gefällen, Kurven, Tempolimits, Ampelanlagen und Bushaltestellen möglichst genau einschätzen zu können“, sagt Maria Bruce. Der Bus ist unter anderem mit zwei Laserscannern und einer Farbbildkamera ausgestattet. Die Scanner erkennen vorausfahrende Fahrzeuge und messen deren Geschwindigkeit. „Durch die Farbbildkamera erkennt der Bus, ob eine Ampel gerade grün oder rot ist. In naher Zukunft sollte es möglich sein, diese Information mittels Funksignal direkt von der jeweiligen Verkehrsanlage zu erhalten. Aber noch sind wir auf eine Kamera angewiesen“, berichtet Bruce. Die Software muss ebenfalls dazu in der Lage sein, die unterschiedlichen Fahrstile der Verkehrsteilnehmer zu erkennen und diese in ihre Berechnungen mit einzubeziehen. Alle gesammelten Informationen fließen dann ein, um die bestmögliche Verteilung auf den Diesel- und den Hybridmotor zu berechnen. Das System kontrolliert zudem das Getriebe und wählt stets den für die jeweilige Verkehrssituation benötigten Gang. Die aktuellen Hybridfahrzeuge von Volvo verbrauchen nach Unternehmensangaben bereits bis zu 35 Prozent weniger Kraftstoff als ein ausschließlich mit Diesel betriebenes Pendant. „Wenn wir jedoch in der Lage sind, vorherzusagen, was den Bus auf seiner Fahrt erwartet, ist es möglich ein Sparpotenzial von weiteren fünf bis zehn Prozent zu erreichen. Wie hoch die tatsächliche Ersparnis ist, wird man erst nach Beendigung der Studien genau wissen“, erklärt Bruce. Die bisherigen Forschungen haben sich weitgehend auf der Simulationsebene abgespielt. In den vergangenen Monaten ließen sich jedoch bereits Praxiserfahrungen in einem der ersten von Volvo gebauten Hybridbusse sammeln. Alle Unterprojekte des großen EU-Forschungsprojekts werden im Sommer 2011 abgeschlossen sein. Dann werden sämtliche „intelligenten“ Fahrzeuge im Rahmen einer Großveranstaltung auf der Teststrecke außerhalb von Göteborg vorgestellt. (ah)

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