Kunst im Rotlicht

22.02.2010 17:24 Uhr
Hoerengracht
© Foto: Historisches Museum Amsterdam

Das Historische Museum Amsterdam (AHM) präsentiert ab 20. März 2010 eine Ausstellung, in welcher die Beziehung zwischen Kunst und dem Rotlichtviertel beleuchtet wird.

Kernstück der Ausstellung ist eines der aufsehenerregendsten Kunstwerke des 20. Jahrhunderts: „The Hoerengracht“ („Die Hurengracht“). Das in der ganzen Welt ausgestellte, überdimensionale Werk des Künstlerpaares Edward und Nancy Reddin Kienholz kommt damit erstmals in die niederländische Hauptstadt, von der es inspiriert wurde. Die Rauminstallation von etwa 13 x 4 x 3 Metern, die als eine Darstellung wie auch als Interpretation des Amsterdamer Rotlichtviertels fungiert stellt Fragen, die noch immer aktuell sind: Was denken wir über Prostitution? Darf sie erlaubt, reguliert, geduldet sein oder muss sie verboten werden? Edward und Nancy Kienholz waren beeindruckt von der offenen Art, mit der Prostitution seinerseits in Amsterdam ausgeübt wurde. Obwohl das Gewerbe erst im Jahr 2000 legalisiert wurde, duldete man es bereits seit den 1980er Jahren. Das Museum nimmt die Ausstellung zum Anlass, auch die neueren Entwicklungen im Rotlichtviertel zu beleuchten, und dabei insbesondere die spannende Rolle von Künstlern zu betrachten. Hintergrund ist, dass die Stadtverwaltung Amsterdam das „Koalitionsprojekt 1012“ gestartet hat, bei dem die Zahl der Prostituierten und Coffeeshops in der Innenstadt verringert werden soll. Darüber hinaus werden in der Schau auch andere Exponate zum Thema Prostitution gezeigt. So etwa das bekannte Werk „Role Exchange” von Marina Abramovic, die mit einem Video festhielt, wie sie am 2. Juli 1976 für ein paar Stunden die Rollen mit einer Prostituierten tauschte. Auch die Installation „How much?” von Marieken Verheyen lädt den Besucher zum Rollentausch mit einer Prostituierten ein. Dieses Exponat gehörte zu der kultur-historischen Ausstellung des Historischen Museums Amsterdam „Käufliche Liebe“ – vier Jahrhunderte Prostitution in Amsterdam“, die 2002 zu sehen war. Die Ausstellung dauert bis zum 29. August 2010. (AHM/akp)

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