Das königliche „Absteigequartier“ wurde zwar beim Brand der Burg 1961 vernichtet, doch tauchten anlässlich der Vorbereitungen zur Landesausstellung „Götterdämmerung – König Ludwig II.“ einige prächtige Möbelstücke aus den Räumen auf der Trausnitz in einem Depot auf Herrenchiemsee in nahezu unversehrtem Zustand auf. Offenbar einmal als Exponate für das 1925 eingerichtete Ludwig II.-Museum vorgesehen, waren sie dem Trausnitz-Brand entgangen und hatten unbeachtet an versteckter Stelle ihrer Entdeckung geharrt. „So entstand die Idee, dem königlichen Appartement auf der Trausnitz mit den wiederentdeckten Möbelstücken und weiteren damals aus dem Brandschutt geborgenen Relikten einen Museumsraum zu widmen“, berichtet Brigitte Langer, Museumsreferentin für die Burg Trausnitz bei der Schlösserverwaltung. Die Forschungen in Archiven und die Sichtung der Bestände förderten eine Fülle neuer Erkenntnisse sowie weitere Ausstattungsstücke zu Tage. Sie fanden Eingang in die neue Präsentation, die auf beschränktem Raum in einer eindrucksvollen Inszenierung eine Auswahl aus dem reichen Materialfundus zeigt. Zu den Exponaten gehören neben den wiederentdeckten und aufwendig restaurierten Sitzmöbeln, die mit ihren kostbaren Originalbezügen aus Seide erhalten sind, ein Porträt des jungen Königs in Lebensgröße und das Gedenkbuch, in das sich Ludwig II. 1869 anlässlich seines Besuchs auf der Trausnitz eingetragen hat. Einen spektakulären Akzent setzt eine originalgroße Rekonstruktion des Ofens aus dem königlichen Schlafzimmer mittels eines historischen Fotos und Fragmenten geborgener Kacheln. Auch eines der aufwendigen Türschlösser des Landshuter Meisters Anton Gehrer wird präsentiert. Hinzu kommen die hier erstmals gezeigten Entwürfe aus dem Ludwig II.-Archiv der Schlösserverwaltung. Der neue Museumsraum ist im Rahmen der Burgführung täglich zwischen 10 und 16 Uhr zu besichtigen. (ah)
Neueröffnung auf der Burg Trausnitz
Die Burg Trausnitz ist um eine Attraktion reicher: Ein neu gestalteter Museumsraum erinnert an die Wohnung, die sich König Ludwig II. von Bayern auf der Burg einrichten ließ.