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Ostbayern: Städte boomen, Regionen schwächeln

25.09.2023 09:51 Uhr | Lesezeit: 3 min
Bismarckplatz, Regensburg, Altstadt, Welterbe
Am Bismarckplatz in der Regensburger Altstadt: Die Welterbestadt glänzte von Januar bis Juli 2023 mit einem Plus von rund 15 Prozent bei den Gästeübernachtungen
© Foto: obx-news/Tourismusverband Ostbayern/Regensburg Tourismus

Ostbayerns Städte verzeichneten von Januar bis Juli einen neuen Touristenrekord. Allein Regensburg erreichte ein Nächtigungsplus von 15 Prozent. In den ostbayerischen Regionen sieht die Lage allerdings weniger gut aus, wie der Tourismusverband Ostbayern vermeldet. Für Gruppenreiseveranstalter könnte das eine Chance sein, freie Kapazitäten abzugreifen.

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Die Städte Amberg, Deggendorf, Dingolfing, Passau, Regensburg, Straubing und Weiden in der Oberpfalz waren in den ersten sieben Monaten 2023 die Zugpferde der Tourismusregion Ostbayern: Mit rund 1,6 Millionen Übernachtungen übertrafen die Metropolen den Bestwert aus dem Jahr 2019 um mehr als sieben Prozent. Die Zahl der Gäste stieg im Zeitraum zwischen Januar und Juli um 3,5 Prozent. Besonders sticht eine Stadt aus den jetzt vom Tourismusverband Ostbayern (TVO) veröffentlichten Statistiken heraus: das Weltkulturerbe Regensburg. Dort lag die Zahl der Gäste (rund 411.000) etwa 16 Prozent, die der Übernachtungen (rund 730.000) gut 15 Prozent über dem bisherigen Rekordwert von 2019. "Viele Urlauber nutzen das Deutschlandticket für eine Reise in die Städte, außerdem sind Städte wetterunabhängige Ziele", kommentierte TVO-Vorstand Dr. Michael Braun die Ergebnisse.

Vier Prozent weniger Gäste in der Region

Insgesamt zeigte sich die ostbayerische Tourismusorganisation zufrieden. Es war aber auch Zurückhaltung zu spüren. Denn in anderen Regionen entwickelten sich die Urlauberzahlen nicht ganz so positiv. "Obwohl die Urlaubsreisen ab Pfingsten anstiegen, sind die Vor-Coronazahlen von 2019 in Ostbayern in den Urlaubsregionen noch nicht erreicht", so Braun. Das schlechte Wetter im Frühjahr, die Hitzewelle und die teilweise regnerische Wetterlage hätten in Ostbayern für eine gebremste Reisetätigkeit gesorgt. Die Region insgesamt meldete 9,4 Millionen Übernachtungen und rund drei Millionen Gästeankünfte, das entspricht einem Minus von rund vier Prozent bei den Gästen und rund sieben Prozent bei den Nächtigungen. Für Gruppenreiseveranstalter könnte das perspektivisch eine Chance sein, freie Kapazitäten abzugreifen. 

Oberpfälzer Wald und Bayerisches Jura

Punkten in den ersten sieben Monaten konnte der Oberpfälzer Wald mit seinen Wald- und Wasserlandschaften, vielen familiengeführten kleineren Betrieben sowie Ferienwohnungen und -häuschen. Er kommt nach TVO-Zahlen bei den Übernachtungen auf ein Plus von gut sechs Prozent. Der Bayerische Jura im Städtedreieck von Regensburg, Nürnberg und Amberg liegt mit den Übernachtungszahlen von 2019 gleichauf.

Inflation, Personalmangel und höhere Kosten

Die Gastgeber in Ostbayern kämpfen aktuell mit den gleichen Herausforderungen wie alle touristischen Anbieter in Deutschland: "Aus der Pandemie heraus bestimmen Inflationsschub, extrem gestiegene Energiekosten, Personalmangel, höhere Lohnkosten, Ukrainekrieg und die damit einhergehenden Unsicherheiten und Unwägbarkeiten gerade das Bild im Tourismus", so Braun. Viele Gäste wollten auch weniger Geld ausgeben oder können im Rahmen ihres Budgets nicht mehr Geld als bisher für Urlaub ausgeben. "Damit verkürzen sie ihren Urlaub, suchen günstigere Unterkünfte oder All-Inklusiv-Angebote. Viele holen auch seit Corona aufgeschobene Auslandsreisen nach." Dies treffe nicht auf das High-End-Segment zu. Für die Gäste dieser hochpreisigen Hotels seien Preissteigerungen nicht so relevant.

Tourismusverband hofft auf starke Herbstsaison

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer hat sich nach TVO-Angaben etwas verschoben. Waren es 2019 im Bayerischen Wald noch 3,7 Tage, sind es vier Jahre später nur noch 3,5 Tage. Im Oberpfälzer Wald hingegen blieben die Menschen in diesem Jahr 2,9 Tage statt 2,6 Tage in 2019. Ostbayernweit reduziert sich die Aufenthaltsdauer von 3,2 auf 3,1 Tage. Der Tourismusverband Ostbayern setzt auf eine gästestarke Herbstsaison: "Diese kann bis in den November hinein dauern und uns noch viele schöne Tage zum Wandern, Radfahren, zum Thermalbaden und zur Regeneration bescheren", so Dr. Braun.

Weniger Spontangäste im Bayerischen Wald

Urlaubsschwergewicht ist der Bayerische Wald. Mit aktuell 1,1 Millionen Gästen fehlen noch knapp vier Prozent, um an die Zahlen von 2019 anzuschließen. Die Übernachtungen liegen jedoch noch zehn Prozent hinter 2019. Dem klassischen Outdoor-Urlaubsgebiet fehlten aufgrund der Wetterkapriolen die Spontangäste. Thermalwasser, Parkanlagen, Rad- und Wanderwege: Das Bayerische Golf- und Thermenland bietet eine hervorragende Hotel- und Urlaubsinfrastruktur, liegt aber bei 955.000 Gästen und 3,5 Millionen Übernachtungen jeweils rund zehn Prozent hinter den Werten aus 2019.

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