06.02.2020Bußgelder: Studie belegt ausgeprägten Lerneffekt

Temposünder, die mit einem Bußgeld belegt werden, halten sich anschließend in vier von fünf Fahrten an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Zudem halte der Lerneffekt nachweislich über Jahre an.

Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen haben für Verkehrsteilnehmer eine starke, unmittelbare und anhaltende Wirkung. Das belegt eine gemeinsame Studie der Hertie School in Berlin und der Karlsuniversität in Prag.

Für die Studie werteten Wissenschaftler der beiden Institutionen anonymisierte Daten eines „Section Control“-Radarsystems in der Nähe von Prag aus. Untersucht wurden insgesamt 26 Millionen Fahrten von 1,3 Millionen verschiedenen Fahrzeugen. Das Ergebnis: Bei den Fahrern konnte ein klarer Lerneffekt dokumentiert werden, wenn sie einen Bußgeldbescheid erhielten. Dabei habe die Höhe des Bußgeldes augenscheinlich keine Rolle gespielt, schreibt die Hertie School mit Verweis auf die Studie. Denn Fahrer, die 35 Euro zahlen mussten, hätten sich fortan ebenso an das Tempolimit gehalten wie Empfänger eines Bußgeldbescheides über 70 Euro.

Lerneffekt nicht ortsbezogen

Ein weiteres interessantes Detail, das die Studie offenbarte: Selbst zwei Jahre nach dem Bußgeldbescheid sei ein einmal bestrafter Fahrer mit deutlich geringerer Geschwindigkeit und höherer Wahrscheinlichkeit unterhalb des Tempolimits gefahren als zuvor. Zudem habe sich dieser Effekt nicht nur an der Stelle beobachten lassen, an der der Fahrer geblitzt wurde, sondern auch an anderen Orten, schreibt die Hertie School. (ts)



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