10. Mitteldeutscher Omnibustag: Fahrernachwuchs, Fernbus und Finanzierung

27.10.2014 15:18 Uhr
MDO Omnibustag
© Foto: MDO

Zum 10. Mitteldeutschen Omnibustag haben sich vergangenes Wochenende die Omnibusunternehmer aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in Leipzig getroffen.

 „Wir haben in den letzten Jahren jährlich einen Fahrgastzuwachs von drei Prozent erzielt“, unterstrich Wolfgang Steinbrück, Vorsitzender des Mitteldeutschen Omnibusverbandes (MDO), in Leipzig stolz. Den Erfolg führt er auf das konsequent gute Angebot zurück. „Nicht Verbindungen streichen, sondern gute Angebote schaffen – mit dieser Devise fahren wir erfolgreich“, so der Busunternehmer, der gleichzeitig Präsident des bdo Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer ist. Dass der Bus in den mitteldeutschen Bundesländern nach 25 Jahren Reisefreiheit nach wie vor eine attraktive Mobilitätsalternative für viele Millionen Bürger in Alltag und Freizeit darstellt, führen die Omnibusverbände von Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt auch auf ihren starken Zusammenschluss zum Mitteldeutschen Omnibusverband zurück. Bei ihrer zehnten länderübergreifenden Fachtagung zeigten sich die Omnibusunternehmer optimistisch, dass die Politik den öffentlichen Personen Nahverkehr in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auch weiterhin in hohem Maße fördern wird. Dies bestätigten auch die Vertreter der  Verkehrsministerien in ihren Grußworten. „Man weiß in Berlin und Brüssel, dass der Bus für eine sichere und umweltfreundliche Mobilität nicht wegzudenken ist“, so Steinbrück überzeugt.

Damit dies auch in den nächsten 25 Jahren so bleibt, appellierte man im Rahmen der Tagung eindringlich an Bund und Länder, auch künftig die Finanzierung des Buslinienangebots sicherzustellen. Die mittelständischen Omnibusunternehmer sind auf Zuschüsse angewiesen, um vor allem das Angebot in der Fläche zu erhalten. Eindringlich forderte man auch, die Linienkonzessionen im Rahmen eines fairen Genehmigungswettbewerbs vorrangig an private Unternehmen (eigenwirtschaftliche Verkehre) zu vergeben und ihnen auch gestalterischen Freiraum zu ermöglichen. Vehement sprach man sich gegen Überlegungen aus, den Öffentlichen Personennahverkehr wieder verstärkt zu verstaatlichen. Nur private Unternehmen seien in der Lage, engagiert, flexibel und schnell auf die Herausforderungen des Marktes zu reagieren.

Zu den wichtigsten Aufgaben der mitteldeutschen Omnibusunternehmer für die nächsten Jahre zählen die weitere Optimierung und verkehrsmittelübergreifende Vernetzung des Beförderungsangebots sowie die Einbindung in moderne Fahrgast-Info-Systeme. Ebenso muss laut Gesetzgeber bis zum Jahr 2022 im Hinblick auf die demografische Entwicklung die Barrierefreiheit in Linienbussen sowie an den Bahnhöfen und Haltestellen realisiert sein. Beschäftigen wird die Omnibusunternehmer weiterhin die intensivere Nutzung regenerativer Antriebstechnologien. Über aktuelle Marktentwicklungen konnten sich die Teilnehmer des Mitteldeutschen Omnibustages in Leipzig bei rund 75 Ausstellern informieren.

Wie ein roter Faden zog sich beim 10. Mitteldeutschen Omnibustag das Thema Fernbuslinien durch. Von diesem momentan boomenden Angebotssegment profitieren allerdings die mittelständischen Omnibusunternehmen nur in zweiter Linie, da sich der Markt in den Händen von drei großen Anbietern befindet, die sich einen ruinösen Preiskampf liefern, heißt es in einer Mitteilung der Verbände. Es werde sich zeigen, ob der Markt Bestand hat, wenn sich die Kosten für die Fahrscheine wieder auf ein realistisches Niveau eingependelt haben, sagen die Branchenexperten mit einiger Skepsis.

Sorgen bereitet der Omnibusbranche der fehlende Fahrernachwuchs. Intensiv werben die Unternehmen gemeinsam mit Branchenverbänden und Arbeitsämtern um Auszubildende für den Beruf des Fahrers. Hemmschwelle sei der mit rund 8.000 Euro sehr teure Führerschein und die mit drei Jahren sehr lange Ausbildungszeit sowie die zahlreichen Beschränkungen beim Einsatz der Nachwuchsfahrer. Dabei, so Steinbrück, sei der Beruf des Busfahrers, „der schönste auf der Welt“. Im Rahmen des 10. Mitteldeutschen Omnibustages haben die Mitgliedsunternehmen des Verbandes Mitteldeutscher Omnibusunternehmer rund 50 Fahrerinnen und Fahrer für unfallfreies Fahren ausgezeichnet. (ah)

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