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9-Euro-Ticket: Wissing hält Nachfolgemodell ab Jahreswechsel für möglich

Man habe durch das 9-Euro-Ticket einen Modernisierungsschub im ÖPNV ausgelöst, sagt Bundesverkehrsminister Volker Wissing
© Foto: Bundesregierung/Jesco Denzel

Während man bei den Bahngewerkschaften davon spricht, dass das 9-Euro-Ticket krank macht, spricht der Bundesverkehrsminister von einem „Riesenerfolg“ und hält die schnelle Einführung eines Nachfolgeangebots für möglich.


Datum:
19.07.2022
Autor:
dpa/Thomas Burgert
Lesezeit: 
5 min
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Ein Nachfolgeangebot für das Ende August auslaufende 9-Euro-Ticket ist nach Worten von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) Ende des Jahres oder Anfang 2023 möglich. Anfang November sollten Daten zu dem Ticket vorliegen, die bei der Bewertung helfen sollten, sagte Wissing der „Deutschen Presse-Agentur“. Es werde bei der Evaluation um Fragen gehen wie: „Was sind die Erfahrungen damit? Welche Rolle spielt der Preis? Welche Rolle spielt das einfache Handling oder die deutschlandweite Geltung?“ Es werde „ja sehr viel gemutmaßt, aber so richtig weiß man es nicht. Darum brauchen wir die Ergebnisse der Evaluation«, betonte Wissing.

Frage der Finanzierung ungeklärt

Vorgeschlagen für ein Anschlussmodell wurden unter anderem ein 365-Euro-Jahresticket oder ein 69-Euro-Monatsfahrschein. Dabei geht es vor allem um die Finanzierungsfrage. Das 9-Euro-Ticket finanziert der Bund mit rund 2,5 Milliarden Euro. Wissing will sich noch nicht auf eine Nachfolgelösung festlegen, betonte aber: „Wir brauchen ein Modell, das in die Haushalte der Länder und auch in den Haushalt des Bundes passt.“

Bei einer Einigung zwischen Bund und Ländern könne es aber schnell gehen. „Wir haben ja gesehen, dass wir innerhalb weniger Wochen einen Vorschlag auf den Tisch legen und ein digitales Ticket anbieten konnten. Insofern bin ich optimistisch, dass es auch dieses Mal schnell gehen kann.“

Wissing spricht von einem „Riesenerfolg“

Zur Halbzeit des 9-Euro-Tickets sieht Wissing wesentliche Ziele erreicht. „Wir haben damit etwas ausgelöst, was sehr wichtig war für den ÖPNV, nämlich einen Modernisierungsschub“, sagte er. „Der ÖPNV ist dadurch ein Stück digitaler geworden, er ist einfacher geworden, und er ist stärker auf die Fahrgäste ausgerichtet worden – und das innerhalb von wenigen Wochen.“ Wissing bewertete das Ticket als „Riesenerfolg“. Unter den 31 Millionen Nutzern seien viele Berufspendler, aber auch Tagesausflügler gewesen. Weniger als 0,1 Prozent der Züge seien so stark ausgelastet gewesen, dass Sicherheitsmitarbeiter hätten eingreifen müssen.

Wichtig sei, dass der Preis und die angebotene Leistung stimmen müssten. „Es ist ja nicht so, dass der niedrigste Preis immer die größte Zufriedenheit herbeiführt. Wenn die Leistung dahinter nicht stimmt, dann nutzt es niemandem, für einen Euro fahren zu können, aber die Takte nicht passen“, sagte Wissing mit Blick auf das vorgeschlagene 365-Euro-Ticket.

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