Die Übernahme der öffentlichen Verkehrsbetriebe MPK der südpolnischen Stadt Kielce durch den französischen Verkehrskonzern Veolia ist gescheitert. Stattdessen werden die städtischen Verkehrsbetriebe in eine neue Gesellschaft überführt, bei der die MPK-Beschäftigten die absolute Mehrheit der Firmenanteile halten. Von Mitte August bis Anfang September war der öffentliche Verkehr in der Stadt durch einen Generalstreik größtenteils lahm gelegt. Veolia organisierte bereits einen Ersatzverkehr mit eigenen Bussen. Die Auseinandersetzungen eskalierten, als der Bürgermeister eine Sicherheitsfirma engagierte, die die Streikenden vom Betriebsgelände fern halten sollte. Die Lage spitzte sich noch zu, als sich kurzzeitig Polizei und Demonstranten gegenüber standen. Nachdem das Vorgehen der Stadtregierung durch die überregionale Presse ging, entschieden sich die Stadtoberen, konfrontiert mit einem starken Verlust von Ansehen, Polizei und die Sicherheitsfirma zurückzuziehen. An die 1.400 Betriebe wurden im Zuge der polnischen Systemtransformation von Staatseigentum in Arbeitergesellschaften umgewandelt. Diese haben allerdings die Möglichkeit, Beteiligungen an Investoren oder Unternehmen zu verkaufen. So kam es schon öfters zu Übernahmen durch Investoren, die den Beschäftigten nach und nach ihre Anteile abgekauft hatten.
Arbeitergesellschaft statt Veolia
Mitarbeiter der öffentlichen Verkehrsbetriebe der Stadt Kielce in Polen verhindern eine Übernahme