Er sehe „eine Branche, die ganz vorne dabei ist, wenn es um neue Entwicklungen und Technologien geht“, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) in seinem Grußwort auf der Fachmesse mobility move, die vom 10. bis 12. März im Berliner Hotel Estrel stattfand. Schnieder kündigte auf der Messe auch einen neuen Förderaufruf für die Beschaffung von Elektrobusse an. Diesen Förderaufruf werde man noch in diesem Frühjahr starten und stelle dafür im Haushalt 2026 Mittel „von bis zu 500 Millionen Euro zu Verfügung“, so der Bundesverkehrsminister. „Wir stehen bei der Transformation zu alternativen Antrieben fest an Ihrer Seite und da bleiben wir auch“, versicherte Schnieder den Verkehrsunternehmen.
Bedarf der Reise- und Fernbusse berücksichtigen
Mit Blick auf kündigte Förderungen sagte Schnieder weiter, man habe im Ministerium bei der Förderung auch Reisebus- und Fernbusbereich im Blick. Dieses Segment brauche eine eigene Förderstruktur, wobei Schnieder konkret das Thema Ladeinfrastruktur nannte. So werde man beim Aufbau der Infrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge auch den Bedarf der Reise- und Fernbusse berücksichtigen, der „Bus wird hier mitgedacht“, sagte Schnieder. Im Gespräch mit Bundesverkehrsminister Schnieder betonte der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Oliver Wolff, dass die E-Bus-Förderung ganz entscheidend für die Beschaffung von lokal emissionsfreien Bussen sei. Die Frage sei aber „wie bekommen wir Planungssicherheit rein“, so Wolff. Schnieder erklärte, man plane für 2026 mit 500 Millionen Euro. Wenn es nach ihm gehe, „werden wir das weiter fördern“, sagte Schnieder, der aber keine Garantie aussprechen konnte. Man werde das Thema Förderung im Blick behalten, so Schnieder, der aber in diesem Zusammenhang auf die Haushaltslage verwies.
Batterieelektrische Busse dominieren
In einem Impulsvortrag stellte Oliver Braune, Programm-Koordinator Elektromobilität und Busse im Bundesverkehrsministerium, die bisherige Bilanz des E-Bus-Förderprogramms vor. Das Zielbild der Bundesregierung von 50 Prozent elektrische Stadtbusse im Jahr 2030 könne man erreichen, so die Einschätzung von Braune. er verwies auf die rund 5500 E-Busse, die jetzt schon im Betrieb sind. Man sei mit dem Förderprogramm „ganz gut unterwegs“, so Braune, der aber auch betonte, es sei „noch ein Weg zu gehen“ bis zum Ziel. Gefördert habe die Bundesregierung bisher 5317 Busse – davon 85 Prozent Busse mit batterieelektrischem Antrieb, die damit den Löwenanteil ausmachen. Die Fördersumme betrug insgesamt 1,5 Milliarden Euro, es wurden 334 Unternehmen gefördert, wobei man inzwischen auch eine breite Streuung der Unternehmen erreicht habe. Braune erinnerte auch daran, dass sich die Bundesregierung nach dem ersten Förderaufruf „einen Rüffel abgeholt“ habe. Hier habe man auf die Kritik aus der Busbranche reagiert.
Wermutstropfen Wirtschaftlichkeit und Preis
Insgesamt gebe es eine sehr hohe Nachfrage nach der Förderung, auch der jüngste Aufruf sei stark überzeichnet gewesen. „Elektrobusse setzen sich am Markt durch und sind nicht mehr wegzudenken“, betonte denn auch Braune. Man sehe auch eine hohe Marktdynamik auf der Angebotsseite und inzwischen eine große Vielfalt bei den Busherstellern sowie einen deutlichen Kapazitätsanstieg seit 2020, speziell der Fortschritt bei der Batterie sei beeindruckend. Wermutstropfen seien allerdings die Themen Kosten und Wirtschaftlichkeit, sagte Braune. E-Busse seien immer noch vergleichsweise teuer, ein Großteil der Busse zudem „immer noch jenseits der Förderhöchstgrenze“. Der Fahrzeugpreis sei nach wie vor sehr hoch im Vergleich zum Diesel, sagte Braune, der von einem Faktor 2 bis Faktor 2,4 im Vergleich zum Diesel sprach.
ÖPNV findet im Klimaschutzprogramm zu wenig statt
Mit 110 Ausstellern und rund 1600 Teilnehmern verzeichnet die mobility move 2026 ein Rekordergebnis. Aus der ursprünglichen Elekbu, einer Veranstaltung für E-Bus-Pioniere sei eine „Leitveranstaltung für straßengebundene Mobilität“ geworden, sagte VDV-Präsident Ingo Wortmann zum Auftakt der Fachmesse. Die Entwicklung zeige, dass die Branche bereit zur Modernisierung sei und bereit ist Verantwortung zu übernehmen. Wortmann verwies aber auch an verschiedenen Stellen auf das kritische Thema Finanzierung des ÖPNV. So finde der ÖPNV beispielsweise im Klimaschutzprogramm noch zu wenig statt. Hier könne es aber Gelder geben, die außerhalb des Bundesverkehrsministeriums fließen könnten. Das Wichtigste sei aber der Modernisierungspakt für den ÖPNV. Dieser stehe im Koalitionsvertrag, man müsse ihn aber jetzt mit Leben füllen. Dies sei eine Aufgabe, die die Branche gemeinsam mit der Politik angehen müsse.