BOGESTRA: 1.500 Tage Hybridbus

08.02.2012 16:45 Uhr
Hybridbus
© Foto: BOGESTRA

Anfang 2008 noch als Einziger seiner Art in NRW unterwegs, folgten dem ersten Hybridbus der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (BOGESTRA) aufgrund der guten Ergebnisse der Pilotphase bereits 2010 drei weitere Fahrzeuge mit dem klimaschonenden Antriebssystem.

Anfang März 2011 kam der fünfte Hybridbus ins Haus, im Juni 2011 folgten weitere zehn Fahrzeuge. Inzwischen sind mehr als 700.000 Kilometer zurückgelegt und über eine Million Kunden befördert. Dem ersten Fahrzeug mit einem leistungsverzweigten Antrieb des polnischen Herstellers Solaris folgten insgesamt drei weitere Gelenkbusse mit identischem Antrieb. Im Juli 2010 wurden die Busse 1061 bis 1063 ausgeliefert, im März 2011 traf das Vorserienfahrzeug 1064 mit parallelem Antrieb bei der BOGESTRA ein – der Solaris Urbino 18 DIWAhybrid kombiniert die bewährten Komponenten zweier Hersteller. Im Juni 2011 folgten dem Vorserienfahrzeug schließlich die Busse 1161 bis 1170, ebenfalls mit dem DIWAhybrid-System ausgestattet. Der Verbrauch der Fahrzeuge liegt am Durchschnitt der gesamten Unternehmensflotte gemessen bei einem Minus von rund 15 Prozent, langfristig sollten rund 20 Prozent erreicht werden, so die BOGESTRA. Alle Hybridbusse sind nach Unternehmensangaben durchschnittlich fünf Tage die Woche im Einsatz und im gesamten Betriebsgebiet der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG unterwegs. Die Fahrzeuge sind auf die drei Busstandorte des Unternehmens aufgeteilt, so sind sechs Busse jeweils in Bochum-Weitmar und sechs in Gelsenkirchen-Ückendorf zu finden sowie drei Busse in Witten. Damit unterhält das Verkehrsunternehmen im mittleren Ruhrgebiet eine der fünf größten Hybridbusflotten Deutschlands. Ein Novum in Deutschland gab es im August 2011. Das Verkehrsunternehmen im mittleren Ruhrgebiet nahm zum 8. August 2011 die erste reine Hybridbuslinie des Landes in Betrieb. Für vier Wochen wurden alle acht Kurse der Linie 390 zwischen Bochum Dahlhausen über Wattenscheid an Gelsenkirchen vorbei nach Herne Bf. komplett mit Hybridbussen besetzt. Damit setzt das Unternehmen auch nach Abschluss des Modellprojektes in Eigenfinanzierung auf einen noch klimafreundlicheren ÖPNV. Die Wahl fiel auf die Buslinie 390, da der Fahrweg unterschiedliche Topografien bot und mit mehr als 50 Haltestellen zahlreiche Brems- und Startvorgänge ermöglichte. Genau die Bedingungen, unter denen die BOGESTRA die Hybridbusflotte genausten begutachten konnte. Das Ergebnis nach vier Wochen war laut Unternehmen eindeutig: Die Fahrzeuge mussten aufgerüstet werden. Und so begann bereits im Oktober 2011 eine Optimierungsphase für alle Fahrzeuge ab Nummer 1064. Mit Hilfe einer neuen Software konnte eine Leistungserhöhung um 50 PS von 250 PS auf 300 PS erreicht werden. Generell überzeugen die 18 Meter langen Hybridbusse nicht nur mit innovativer Technik, sondern auch mit einem einmaligen grünen Innendesign. Neben den mit Alcantarastoff bezogenen grünen Sitzpolstern ist zum Beispiel auch die Nachtbeleuchtung in Grün gehalten. Dazu kommen Haltestangen aus Edelstahl. Die inzwischen bekannte grüne Außenbeklebung aller Hybridbusse weist deutlich auf den Ressourcen schonenden Antrieb hin. Anhand von zwei Monitoren wird der Energiefluss dargestellt und das Zusammenspiel von Hybridantrieb und Dieselmotor optisch erkennbar. (ah)

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