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Fahrermangel: bdo fordert Maßnahmenbündel

Der bdo warnt, dass in den kommenden 8 bis 10 Jahren 36.000 offene Stelle im Bussektor entstehen. So sei die Klimawende nicht zu schaffen.
© Foto: Daimler Truck Media

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) e.V. hat im Vorfeld der morgigen öffentlichen Anhörung des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestages zum Fahrpersonalmangel auf den dramatischen Fachkräftemangel im Bussektor und die drohenden negativen Auswirkungen auf die Verkehrswende hingewiesen.


Datum:
18.05.2022
Autor:
Judith Böhnke
Lesezeit: 
2 min
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Schon heute leiden über 85 Prozent der privaten Busunternehmen unter Fahrermangel. Das vergleichsweise hohe Durchschnittsalter der heutigen Fahrerinnen und Fahrer sowie die absehbare demografische Entwicklung und die allgemeine Ausbildungssituation in Deutschland werden diese Entwicklung in den kommenden Jahren noch weiter verstärken. Davon gehen nach einer aktuellen Befragung 95 Prozent der Busmittelständler aus.

Der bdo hat berechnet, dass bereits heute gut 5.000 Fahrer fehlen und in den nächsten 8 bis 10 Jahren bis zu 36.000 offene Stellen hinzukommen werden – allein um die altersbedingt ausscheidenden Mitarbeitenden zu ersetzen. Für die zusätzlichen Aufgaben, die sich aus der Verkehrswende ab 2030 (Verdoppelung der Fahrgastzahlen im ÖPNV) ergeben werden, rechnet der bdo derzeit mit einem zusätzlichen Bedarf in einer Größenordnung von 40.000 bis 50.000 Fahrerinnen und Fahrern.

Fahrermangel: für den Busmittelstand dramatisch

bdo-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard sagte heute im Vorfeld der morgigen Anhörung in Berlin: „Der Fahrpersonalmangel stellt für den Busmittelstand eine dramatische und komplexe Herausforderung dar, der sich nicht mit einem einzigen Mittel, sondern vielmehr nur mit einem Maßnahmenbündel begegnen lässt. Die Auswirkungen gefährden nicht nur bestehende Angebote im Reiseverkehr, sondern auch den von der Ampel-Koalition geplanten Ausbau des ÖPNV, einhergehend mit der Verdopplung der Fahrgastzahlen. Deshalb müssen unnötige bürokratische Hemmnisse schnell abgebaut werden. Erster Schritt sollte

sein, dass der Busführerschein flexibler und finanziell tragbarer gestaltet wird. Der bdo sieht insbesondere im digitalen Fahrschulunterricht und bei der Reduzierung der hohen Ausbildungs- und Führerscheinkosten Möglichkeiten, um mehr Menschen dazu zu bewegen, Busfahrer zu werden.“

Neben der Rekrutierung von Busfahrern in Deutschland kommt der Fachkräftegewinnung aus dem Ausland ein immer größerer Stellenwert zu. Um dem Mangel zu begegnen, sei es unerlässlich, so der bdo, auch das Potenzial ausländischer Fachkräfte verstärkt zu nutzen. In diesem Zusammenhang gilt es jetzt, den zügigen und konsequenten Abbau bürokratischer Integrationshemmnisse zu beschleunigen.

„Ohne geeignete und wirksame Gegenmaßnahmen der Politik wird der Fahrpersonalmangel massive negative Auswirkungen auf die Mobilität in Deutschland haben - von der Schülerbeförderung über die Bustouristik bis insbesondere zum ÖPNV - und die Verkehrswende wird ausgebremst, noch bevor sie richtig ins Rollen gekommen ist“, sagte Leonard weiter. „Dabei ist klar: Ohne einen schnellen und massiven Ausbau des Busangebots wird es nicht gelingen, die Klimaziele zu erreichen.“

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