-- Anzeige --

Busfahrermangel: Führerscheinrecht muss entrümpelt werden

Die Busunternehmen brauchen Fahrer, wenn das Angebot im ÖPNV ausgebaut werden soll, betont Tilman Wagenknecht (Symbolbild)
© Foto: Andreas Arnold/dpa/picture alliance

Auf der Suche nach Busfahrern setzen Unternehmen verstärkt auf Quereinsteiger und ausländische Arbeitnehmer. Allerdings gibt es in beiden Fällen große Hürden.


Datum:
18.05.2022
Autor:
dpa/ Thomas Burgert
1 Kommentare

-- Anzeige --

Der Verband Mitteldeutscher Omnibusunternehmen (MDO) hat angesichts von Personalnot eine Reform des Führerscheinrechts gefordert. Das deutsche Recht zum Erwerb des Busführerscheins sei überkommen und müsse dringend entrümpelt und auf europäische Mindeststandards beschränkt werden, forderte der Geschäftsführer des Verbandes Tilman Wagenknecht.

Die Verkehrsunternehmen seien beim Personal vermehrt auf Quereinsteiger und ausländische Fahrer angewiesen. Dafür seien die Prüfungsvoraussetzungen jedoch zu starr. Vorgeschrieben seien beispielsweise zwischen 96 und 110 Pflichtstunden beim Bus-Fahrtraining. In Österreich müssten im Vergleich dazu Prüflinge nur 38,5 Pflichtstunden absolvieren. Das treibe die Kosten für den Führerschein für die deutschen Unternehmen in die Höhe, sagte Wagenknecht.

Ein Busführerschein koste zwischen 6000 bis 10.000 Euro. Statt unbeweglicher Vorgaben sollte die tatsächliche Eignung der Fahrschüler entscheidend für die Prüfung sein, sagte Wagenknecht. Die liege in der Beurteilung der Fahrlehrer. Alle fünf Jahre müsse der Busführerschein zudem erneuert werden. Dafür bedarf es einer Zusatzqualifikation.

Berufsbild des Busfahrers hat sich gewandelt

Ein weiteres Hemmnis zur Einstellung ausländischer Busfahrer sei, dass diese die Führerscheinprüfung in der Amtssprache Deutsch ablegen müssten. Zwar könnten Busfahrer etwa mit einem polnischen Führerschein in Deutschland fahren. „Nur wenn sie ihn hier ablegen, müssen sie Deutsch in hoher Qualität können.“ Diese Sprachbarriere sei ein großes Hemmnis. Prüflinge aus dem Ausland sollten daher den Busführerschein auch in ihrer Muttersprache ablegen können, verlangte der Geschäftsführer.

„Wir brauchen Fahrer, wenn wir das Angebot im öffentlichen Nahverkehr ausbauen wollen.“ Wagenknecht verwies darauf, dass sich das Berufsbild des Busfahrers gewandelt habe. „Es ist ein moderner Beruf geworden, mit attraktiver Technik, verbesserten Arbeitsbedingungen und auch höheren Löhnen.“ Der Verband Mitteldeutscher Omnibusunternehmen vertritt nach eigenen Angaben rund 40 Mitglieder überwiegend in Thüringen.

-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --

KOMMENTARE


Klaus

19.05.2022 - 20:05 Uhr

Es liegt meist an den Arbeitszeiten(geteilte Dienste). Standzeiten die nicht bezahlt werden und vor allen Dingen den Löhnen. Wenn ein Hilfsarbeiter in der Industrie um die 5 Euro höher liegt dann wird immer nur um den heissen Brei herumgeredet. Kaum noch junge Leute ergreifen den Beruf...warum auch es gibt kaum einen Grund dies zu tun. Leider


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

-- Anzeige --

WEITERLESEN




NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


www.omnibusrevue.de ist das Online-Portal der monatlich erscheinenden Zeitschrift OMNIBUSREVUE aus dem Verlag Heinrich Vogel, die sich an Verkehrsunternehmen bzw. Busunternehmer und Reiseveranstalter in Deutschland, Österreich und der Schweiz richtet. Sie berichtet über Trends, verkehrspolitische und rechtliche Themen sowie Neuigkeiten aus den Bereichen Management, Technik, Touristik und Handel.