Ein Rechtsstreit zwischen der Südthüringer Busgesellschaft Hildburghausen (SBG) und WerraBus sowie ein aktuelles Schreiben der SBG würden auf „drohende Engpässe bei den Linienleistungen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Landkreis Hildburghausen“ hindeuten, erklärte das Landratsamt. Man nehme diese potenzielle Gefährdung sehr ernst, so der Landkreis. So sagte Landrat Sven Gregor über die Tragweite des Vorgangs: „Die Differenzen zwischen den Unternehmen sind durchaus ernst zu nehmen.“
Schülerverkehr ist laut Landratsamt gesichert
Für den Landkreis habe die „lückenlose Aufrechterhaltung des ÖPNV oberste Priorität. Hierzu werden wir weiterhin mit allen Beteiligten an einer Lösung arbeiten“, sagte der Landrat laut Mitteilung. Die Beförderung der Schülerinnen und Schüler zum Schulstart sei zumindest in allen Fällen gesichert, so der Landrat. Das Landratsamt arbeite mit „Hochdruck an einer tragfähigen Lösung, um einen drohenden Ausfall im ÖPNV konsequent zu verhindern“, heißt es auf der Website des Landkreises.
"Die Differenzen zwischen den Unternehmen sind durchaus ernst zu nehmen."
Landrat Sven Gregor
Streit zwischen SBG und WerraBus
Im Schreiben an das Landratsamt hatte die SBG angekündigt, den Verkehr zum Schulbeginn aus wirtschaftlichen Gründen einzustellen. Hintergrund des Schreibens ist laut dem „Mitteldeutschen Rundfunk“ (MDR) ein „Streit um knapp eine Million Euro mit der WerraBus GmbH“. WerraBus, ein Unternehmen der „moVeas GmbH“, hatte nach einer Ausschreibung zum 1. Januar 2020 den Buslinienverkehr im Landkreis übernommen. Unter dem Dach von „moVeas“ gibt es mehrere Marken und Tochtergesellschaften. Nach eigner Angabe hat sich „moVeas“ auf „ländliche Regionen in Thüringen, Sachsen und Bayern spezialisiert“. Die SBG ist ein Zusammenschluss von regionalen Busunternehmen im Landkreis Hildburghausen und fährt als Subunternehmer für WerraBus.
Es geht um die Zahl der eingesetzten Busse
Zwischen beiden Unternehmen ist laut „MDR“ umstritten, wie viele Busse auf einzelnen Strecken benötigt werden. WerraBus als Lizenzinhaber hatte die Zahl der vom Subunternehmen SBG abgerechneten Busse angezweifelt und Zahlungen gekürzt. Die SBG hat WerraBus nun aufgefordert, das ihrer Meinung nach ausstehende Geld bis zum 21. August zu überweisen. Sollte dies nicht passieren, müsste der Fahrbetrieb aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden. Zudem habe die SBG wegen der ausstehenden Zahlungen gegen WerraBus geklagt, es laufe ein Verfahren am Meininger Verwaltungsgericht, so der „MDR“.
Landkreis will nach einer Lösung suchen
Man begleite den Prozess zwischen den beteiligten Parteien sowie externen Fachleuten bereits aktiv, „noch bevor es zu spürbaren Einschränkungen kommt“, teilte das Landratsamt weiter mit. Der Landkreis Hildburghausen werde „über den weiteren Fortgang der Gespräche und die Stabilität des Liniennetzes fortlaufend informieren“, hieß es abschließend.