Erstens war das Umweltbundesamt bislang skeptisch, ob die Fernlinienbusse und Reisebusse bezüglich ihrer Auslastung verglichen werden können und deshalb auf ähnliche gute Verbrauchswerte mit Blick auf die Klimafreundlichkeit kommen. Laut Statistischem Bundesamt lag die Auslastung mit 55 Prozent bei Fernbussen nahezu ebenso hoch wie das Umweltbundesamt für Reisebusse annimmt. „Das ist ein hervorragendes Ergebnis, vor allem wenn man berücksichtigt, dass Anfang 2013 kaum ein Mensch den Fernbus kannte. Die Auslastung wird zum Jahresende 2013 deshalb noch deutlich zugelegt haben“, sagte Christiane Leonard, Hauptgeschäftsführerin des bdo. Reisebusse und Fernlinienbusse seien deshalb durchaus vergleichbar. Reisebusse erzeugen nach derzeitiger Modellrechnung auf einer 100 Kilometer langen Strecke pro Reisegast drei Kilogramm Kohlendioxid und verbrauchen 1,3 Liter Diesel - dies allein sind schon deutlich bessere Werte im Vergleich zu Bahn, Auto oder Flieger.
Nach Berechnungen des bdo ist der Spritverbrauch aber ohnehin zu hoch angesetzt. „Das ist der zweite Punkt, bei dem das Umweltbundesamt seine Datenlage anpassen muss“, sagte Leonard. Bei einer durchschnittlichen Sitzplatzzahl in Reisebussen bedeutet die Rechnung des Umweltbundesamtes, dass ein Bus um die 40 Liter auf 100 Kilometern verbraucht. „Das ist nicht mehr zeitgemäß, die Hersteller werben aktuell mit Bussen, die fast nur noch 20 Liter auf 100 Kilometern verbrauchen. Busse sind die Rekordhalter in Sachen Klimaverträglichkeit - schon lange. Aber sie haben ihre Werte inzwischen noch weiter verbessert.“
Das Statistische Bundesamt hatte am 8. Oktober 2014 mitgeteilt, dass 8,2 Millionen Menschen 2013 in Deutschland mit Fernlinienbussen gefahren sind. (akp)