Hintergrund ist ein Streit zwischen Ecovista und einem Investor, von dem das Unternehmen rund 200 neue Busse geleast hatte. Wegen aus Sicht von Ecovista überhöhter Leasingraten kündigte Geschäftsführer Michael Bader den Vertrag zum Ende Februar – und tauschte die gesamte Flotte quasi über Nacht gegen Gebrauchtbusse vom freien Markt aus. Diese entsprechen jedoch nicht den vertraglich vereinbarten Standards der Deutschen Bahn.
Ecovista verspricht Besserung – aber dämpft Erwartungen
Bader kündigte gegenüber der dpa an, die Qualität des Ersatzverkehrs schnellstmöglich zu verbessern. „Wir werden die Busflotte verbessern, so dass sie immer mehr dem vertraglichen Standard entspricht“, sagte er. Gleichzeitig warnte er vor überzogenen Erwartungen: Eine komplett neue Flotte könne man kurzfristig nicht ersetzen.
Nach eigenen Angaben hat Ecovista bereits marode Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen und die digitalen Echtzeitdaten wieder stabilisiert. Ab dem Wochenende sollen die Informationen auch wieder im DB Navigator erscheinen. Zudem sollen alle Busse in den kommenden Tagen und Wochen mit USB-Steckdosen und WLAN ausgestattet werden.
Die Zahl der Ausfälle sei bereits gesunken, so Bader. Am Donnerstag habe es rund 20 Ausfälle bei 1.230 täglichen Fahrten gegeben. „Wir waren vorher besser“, räumte er ein. „Aber wir sind auf dem Weg.“
Druck von Bahn und Politik wächst
Die Deutsche Bahn hat Ecovista abgemahnt und fordert die Einhaltung der vereinbarten Standards. Sollte sich die Lage nicht kurzfristig bessern, erwägt die DB Infra Go die Beauftragung anderer Anbieter.
Auch aus der Politik kommt Kritik. Die verkehrspolitische Sprecherin im Landtag Mecklenburg‑Vorpommern, Jutta Wegner, bezeichnete die Situation als „unzumutbar“. Busse, die eher an „Schrottplätze als an den öffentlichen Nahverkehr erinnern“, seien ein „massives Versagen des Auftragnehmers“.
Klage gegen Investor angekündigt
Parallel bereitet Ecovista eine Klage gegen den Investor vor. Die Leasingraten für die neuen Busse seien „um ein Mehrfaches über dem marktüblichen Niveau“, so Bader. Die Fahrzeuge stehen weiterhin in Ecovista‑Depots und dienen als Sicherheit für den Rechtsstreit. Ziel sei es, die Zusammenarbeit vollständig zu beenden.
Trotz der Krise betont Bader, dass Ecovista den Ersatzverkehr auch über den 30. April hinaus zuverlässig bedienen könne. Die Bahn hatte zuletzt angekündigt, dass die Streckensperrung wegen Frostschäden länger dauern wird.
„Ich bleibe dabei, dass wir Menschen befördern. Das tun wir zuverlässig und sicher“, sagte Bader.