IBV fordert Steuererleichterungen für nachhaltige Mobilität

05.03.2012 15:01 Uhr
Bus fahrrad
© Foto: IBV

Angesichts der hohen Spritpreise fordert der Internationale Bustourismusverband (IBV) steuerliche Erleichterungen für die Branche.

Damit Urlauber vom Pkw auf den umweltfreundlichen Bus umstiegen. Zwar baue die Industrie sparsame Reisbusse, die aufgrund ihrer guten Auslastung auf 100 Kilometer im Schnitt weniger als einen Liter Diesel pro Person verbrauchten. Und auf dem Eco-Training lernten Bus-Chauffeure, wie sie den Verbrauch noch weiter senken könnten. „Doch Preissteigerungen von mehr als fünf Prozent innerhalb eines Monats lassen sich weder technisch noch pädagogisch kompensieren“, stellt IBV-Präsident Richard Eberhardt fest. „Hier muss der Gesetzgeber endlich reagieren und die Existenz der Busreiseveranstalter mit Steuererleichterungen sichern“, betont Eberhardt. Eberhardt fordert vom Staat „kein Mitleid, sondern Gerechtigkeit“. Denn während Flugkerosin nach wie vor von der Steuer befreit sei, fließe bei jedem Liter Dieselkraftstoff für Reisebusse über 70 Prozent des Preises an den Fiskus. Aus dem aktuellen Subventionsbericht der Deutschen Bundesregierung gehe hervor, dass sich die Steuerentlastungen von Flugkerosin bei Inlandsflügen jedes Jahr auf 680 Millionen Euro summierten. Und der Schienenverkehr spare jährlich 110 Millionen Euro an Stromsteuer ein. Verschärft wird diese Ungleichbehandlung auch noch dadurch, dass Busreiseveranstalter mit dem vollen Satz für die Öko- und Mehrwertsteuer belastet werden, heißt es weiter. Busreiseveranstalter, die mit ihren Fahrzeugen auch im Linienverkehr im Einsatz seien, würden von der Preisexplosion bei Diesel besonders hart getroffen. „Gleichzeitig wird ihnen die finanzielle Unterstützung gestrichen“, kritisiert Eberhardt am Beispiel von Baden-Württemberg. Dort mache der grüne Verkehrsminister die Förderung der Linienbusse in diesem Jahr von der Erfüllung der Euro-6-Norm abhängig. „Busse mit dieser Schadstoffklasse werden aber erst 2013 serienmäßig ausgeliefert“, erklärt Eberhardt. „Und die Nachrüstung mit Partikelfiltern erhöht sowohl den Spritverbrauch als auch die Emissionen von Stickstoffdioxid.“ Für Eberhardt seien solche Förderprogramme „eine grüne Mogelpackung“. Der IBV-Präsident bedauert, dass gerade jene Politiker, die den Umweltschutz plakativ auf ihre Fahnen schrieben, die Bustouristik im Stich ließen. Mit einem Kohlendioxyd-Ausstoß von 32 Gramm pro Personenkilometer liege der Bus in der Ökobilanz nicht nur weit vor dem Flieger und dem Pkw, er schneide auch besser als die Bahn ab. Eberhardt: „Eine angemessene finanzielle Unterstützung des Busgewerbes wäre ein effektiver Beitrag zum Klimaschutz.“ (ah)

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