„Dabei stehen wir vor großen Herausforderungen – das Verlangen nach Mobilität muss den Kosten der Verkehrssysteme ausgewogen gegenüber stehen. Die Verlagerung auf energieeffiziente Verkehrsträger wie die Bahn muss weiter energisch betrieben werden.“ Umweltverschmutzung und Staus zu reduzieren und Lkw-Verkehr aus den Städten zu nehmen sei dabei die Zielstellung der Eurovignetten-Richtlinie zur Straßenbenutzungsgebühr. Tajani verteidigte jedoch die Freiwilligkeit von deren Umsetzung durch die 27 Mitgliedsstaaten – das Subsidiaritätsprinzip sowie Wettbewerb und Markt sorgten für angemessene Umsetzung. Verkehrsminister Tiefensee ergänzte im Gespräch mit Moderatorin Ursula Heller, dass unterschiedliche Interessen der EU-Länder die Durchsetzung erschwerten: „2013 werden dann die Resultate überprüft“, so Tiefensee weiter. Mit einer spannenden Podiumsdiskussion zwischen Bahnherstellern und –betreibern wurde die InnoTrans gleich bei der Eröffnungsveranstaltung ihrem Ruf als Bahngipfel gerecht. Zunächst unterstrich Günter Elste vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen VDV die Problemlöser-Funktion des ÖPNV in Bezug auf den Klimaschutz. Gefragt nach den jüngsten Fahrpreiserhöhungen verwies er darauf, dass der Individualverkehr aufgrund gestiegener Kraftstoffkosten sich demgegenüber stärker verteuert habe. Die Chance der gestiegenen Akzeptanz des ÖPNV durch die Kunden müsse nun genutzt werden – auf keinen Fall dürften Investitionen vernachlässigt werden. Nach den Worten von Hartmut Mehdorn, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, dienten die angekündigten Preissteigerungen einem Abfangen der überproportionalen Investitionen der letzten Jahre.
InnoTrans feierlich eröffnet
Ohne Transport und Verkehr ist ein wettbewerbsfähiges Europa nicht möglich. Das erklärte EU-Vizepräsident und Verkehrskommissar Antonio Tajani am 23. September zur Eröffnung der InnoTrans 2008.