München verschärft Umweltzone

04.10.2010 13:47 Uhr
Umweltzone Grün Gelb
© Foto: ddp/Michael Gottschalk

Seit Freitag dürfen Fahrzeuge mit roter Plakette nicht mehr in die Münchner Innenstadt fahren.

Damit werden vor allem ältere Dieselfahrzeuge aus dem Gebiet innerhalb des Mittleren Rings verbannt. Bereits seit zwei Jahren dürfen Autos ganz ohne Plakette nicht mehr in der sogenannten Umweltzone unterwegs sein. Eine Ausnahmegenehmigung bekommen Anwohner und Gewerbetreibende mit Firmensitz innerhalb der Zone. Die 1. Stufe der Umweltzone war vor zwei Jahren in Kraft getreten, die nächste Stufe kommt frühestens zum 1. Oktober 2012. Dann dürfen auch Wagen mit gelber Plakette nicht mehr in die Stadt fahren. München ist neben Augsburg die einzige bayerische Stadt mit einer Umweltzone. In Augsburg tritt die 2. Stufe am 1. Januar 2011 in Kraft. Nach den EU-Vorgaben darf der Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nur an 35 Tagen im Jahr überschritten werden – wo dies nicht eingehalten wurde, erstellten die Kommunen Luftreinhaltepläne mit entsprechenden Maßnahmen, darunter die Umweltzonen. "Es sind Fortschritte erkennbar, aber es geht zu langsam", zog der Landesbeauftragte des Bundes Naturschutz in Bayern, Richard Mergner, am Freitag Bilanz. "Nach wie vor ist die Luftqualität in den hochbelasteten Gegenden zu schlecht." In Nürnberg soll die Umweltzone in der Endfassung des Luftreinhalteplans zur Diskussion gestellt werden. "Das ist aber noch nicht beschlossen", sagte ein Mitarbeiter des Umweltamtes. Zuerst würden aber die diesjährigen Messwerte abgewartet, die voraussichtlich im Februar kommen. Nur bei einer von sechs Messstellen sei es kritisch. Die Umweltzone war erstmals 2005 noch vor dem Inkrafttreten der EU-Grenzwerte in Betracht gezogen worden. "Wir haben seit der Zeit die Feinstaubwerte in Nürnberg nicht mehr überschritten." In Regensburg, wo das Thema ebenfalls immer wieder diskutiert wurde, wird sich der Stadtrat noch im Oktober damit befassen. Die Einrichtung einer Umweltzone ist aber nach wie vor nicht geplant, wie ein Sprecher der Stadt sagte. Seit drei Jahren würden die Vorgaben eingehalten, 2009 seien die Grenzwerte nur an 21 Tagen zu hoch gewesen. Eine Umweltzone bringe nach Berechnungen aber kaum bessere Luft, die Feinstaubbelastung würde demnach nur um maximal zwei Prozent sinken. (ah)

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