ÖPNV in der Region Stuttgart wird ausgeweitet

14.02.2014 12:57 Uhr
ÖPNV Stuttgart Ausbau
© Foto: Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg

Dutzende neue Bus- und Bahnlinien sollen in den kommenden Jahren den wachsenden Verkehr im Großraum Stuttgart entlasten.

Nach monatelangen Verhandlungen unter Leitung von Verkehrsminister Winfried Hermann verständigten sich die Vertreter des Verbandes Region Stuttgart (VRS), der Landeshauptstadt und der Verbundlandkreise unter Beteiligung des VVS. Sie legten am 13. Februar 2014 in Stuttgart eine Vereinbarung mit einem umfangreichen Arbeitsprogramm bis 2025 vor. Es sieht unter anderem vor, die Zuverlässigkeit der S-Bahn als Rückgrat des ÖPNV wiederherzustellen und diese schrittweise durch neue Metropol-Express-Züge aus Ober- und Mittelzentren der Metropolregion Stuttgart, die außerhalb der Region Stuttgart liegen, sowie durch direkte Express-Buslinien zwischen Mittelzentren innerhalb der Region zu ergänzen und zu entlasten. Ferner wurden einheitliche Standards auf den Bus-Zubringerlinien zu den S-Bahn-Stationen sowie ein regional koordinierter Ausbau der Park & Ride-, Bike & Ride- und Parken & Mitfahren-Plätze an den S-Bahn-Linien und ein regional koordiniertes Verkehrsmanagement vereinbart.

Expressbusse – Ergänzung des S-Bahn-Systems
In der Fläche der Region bestehende Angebotslücken in dem weitgehend sternförmig auf das Zentrum Stuttgart ausgerichteten S-Bahn-Netz (fehlende Tangentialverbindungen) sollen durch qualitativ hochwertige, in der Regel kreisüberschreitende Expressbuslinien geschlossen werden. Denn fehlende schnelle Verbindungen können aus verschiedenen Gründen (Kosten, Nachfragemenge, Topografie) auch zukünftig nicht durch Schienenstrecken geschaffen werden. Die Expressbuslinien in der Aufgabenträgerschaft des VRS verbinden die Mittelzentren und besondere Verkehrsknotenpunkte innerhalb der Region (zentrale Umsteigepunkte zum SPNV, Flughafen, regional bedeutsame Arbeitsplatz- und Ausbildungsschwerpunkte) sowie die benachbarten Städte der Metropolregion Stuttgart. In einer Pilotphase soll mit zunächst fünf neuen Expressbuslinien Erfahrungen gesammelt werden.

Busverkehr: Einheitliche Standards für die S-Bahn-Zubringer

Für alle Buslinien im Zubringerverkehr zur S-Bahn sollen künftig in der ganzen Region einheitliche Standards gelten. Dazu zählen eine mindestens halbstündliche Bedienung während der Hauptverkehrs- und Normalverkehrszeiten (6 bis 20 Uhr), eine mindestens stündliche Bedienung in den Schwachverkehrszeiten (20 bis 24 Uhr, Wochenende) und die Anbindung aller Nacht-S-Bahnen. In Gebieten des ländlichen Raums und bei sehr schwacher Verkehrsnachfrage können Rufbusse/-taxis eingesetzt werden und sollen Ausnahmen in der Taktdichte möglich sein. Alle Verbindungen verkehren zum VVS-Tarif; dies gilt auch für die Rufbusse/-taxis. Auf allen Linien werden Systeme der Anschlusssicherung auf der Basis von Echtzeitdaten eingerichtet.

Die für die nächsten zehn Jahre geschlossene Vereinbarung steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Gremien und der gesetzlichen Umsetzung durch den Landtag. Die Partner verpflichten sich, an den Landtag zu appellieren, die notwendigen Gesetzesänderungen herbeizuführen. Das gesamte Arbeitsprogramm kann im Internet eingesehen werden unter http://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/ausbau-des-nahverkehrs-in-der-region-stuttgart/?cHash=b0b95c241d152383f086aeac23ccc93a. (ah)

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