Wie für mehr Sicherheit im Nahverkehr in Sachsen-Anhalt gesorgt werden kann, will Infrastrukturministerin Lydia Hüskens (FDP) in den kommenden Wochen bei einer Konferenz mit Verkehrsunternehmen, Sicherheitsbehörden und Vertretern der Verwaltung besprechen. „Klar ist, dass wir alle Mittel ergreifen müssen, um Gewalt in Zügen Einhalt zu gebieten. Mehr Sicherheitspersonal in den Zügen, Schulungen, technische Vorkehrungen wie Bodycams, zügige Rechtsprechung sind einige davon“, sagte Hüskens in Magdeburg. Manches habe man schon umgesetzt, anderes würde sie zumindest gerne diskutieren, um zu sehen, ob wir so Sicherheit im Nahverkehr garantieren könne, sagte die Verkehrsministerin Viele Ideen würden erstmal gut klingen, es müsse aber um konkrete Verbesserungen gehen, deshalb sollten alle Beteiligten an einen Tisch.
Stimmung im Nahverkehr verschlechtert sich
Hüskens sagte, seit mehreren Jahren verschlechtere sich die Stimmung an den Bahnhöfen und im Nahverkehr. Respektloses Verhalten gegenüber dem Personal und anderen Fahrgästen, verbale Übergriffe und auch körperliche Gewalt hätten zugenommen. „Andere Formen der Fahrscheinkontrollen könnten hier durchaus zur Deeskalation beitragen“, sagte sie. Die Debatte über Sicherheit im Nahverkehr wird verstärkt geführt, seit Anfang Februar ein Zugbegleiter bei einer Ticketkontrolle nahe Kaiserslautern von einem Schwarzfahrer so schwer angegriffen wurde, dass er an den Folgen starb.
Schutzmaßnahmen für Personal
Diskutiert wird über Schutzmaßnahmen für das Personal, etwa durch Bodycams, Doppelbesetzungen in Regionalzügen oder auch ein fälschungssicheres Deutschlandticket mit Lichtbild. Die Deutsche Bahn hatte bereits angekündigt, dass ab März Zugbegleiterinnen und -begleiter nach eigenem Ermessen entscheiden können, ob sie neben dem Ticket auch den Personalausweis kontrollieren. So sollen laut dem Unternehmen potenzielle Konfliktsituationen mit Fahrgästen vermieden werden.