Besonderes Augenmerk lag auf der Verfügbarkeit und Technologie der Fahrzeuge, der erforderlichen Infrastruktur und auf dem Betrieb durch die Verkehrsunternehmen. Die Experten halten die Rhein-Ruhr-Region für prädestiniert, um Busse mit Brennstoffzellen (BZ) im ÖPNV einzusetzen und empfehlen ein Erfahrungsprojekt ab 2016. Die Beratungsunternehmen SCI Verkehr, agiplan, FCBAT Ulm und PE International haben untersucht, unter welchen Voraussetzungen und ab wann der Einsatz von wasserstoffbetriebenen Bussen im Linienverkehr des VRR realisierbar ist. Die Studie konzentriert sich nicht nur auf den Stand und die Entwicklung von Fahrzeug- und Brennstoffzellentechnologie, sondern umfasst darüber hinaus neben der Wasserstofferzeugung sowie -versorgung und der Tankstelleninfrastruktur auch die Auswirkungen auf den Alltagsbetrieb von Verkehrsunternehmen. Die Gutachter kommen zu dem Ergebnis, dass der Einsatz von Brennstoffzellenbussen mittelfristig im Vergleich zu bestehenden Antriebstechnologien zunehmend wirtschaftlich attraktiv wird.
Dass sich die BZ-Technologie zukünftig eignet, zeigen laut VRR Demonstrationsprojekte in anderen Metropolen, bei denen Prototypen getestet und umfassende Erfahrungen mit der Errichtung sowie dem Betrieb von Wasserstofftankstellen gesammelt wurden. „Die Studie zeigt, dass der praktische Einsatz von Brennstoffzellen-Bussen unser innovatives und nachhaltiges Konzept konkret bereichern kann“, so VRR-Vorstandssprecher Martin Husmann. „Wir werden in den kommenden Monaten gemeinsam mit unseren Verkehrsunternehmen prüfen, ob und in welchem Umfang wir die Technologie im Verbundraum zum Einsatz bringen.“
Heute ist ein wirtschaftlicher Betrieb von BZ-Bussen aufgrund der hohen Investitionskosten wirtschaftlich noch nicht attraktiv, belegt die Studie. Bis zum Jahr 2025 werden sich laut Studie die Gesamtkosten für den Einsatz von Diesel- und Brennstoffzellenbussen jedoch weitgehend angleichen. Der Erfolg eines zukünftigen BZ-Buseinsatzes wird entscheidend davon abhängen, ob die Rahmenbedingungen frühzeitig günstig ausgestaltet werden und eine effiziente Zusammenarbeit der beteiligten Akteure stattfindet. Neue Formen der Kooperationenzwischen Verkehrsunternehmen, Tankstellenbetreibern und Stadtwerken können dabei schon heute den Weg in die mobile Zukunft weisen. Als Fazit ihrer Untersuchung empfehlen die Gutachter ein Erfahrungsprojekt, in dem verschiedene Verkehrsunternehmen miteinander kooperieren. Dabei soll eine mittlere Stückzahl Busse mit Brennstoffzellen sowie mehrere Wasserstofftankstellen in den regulären Linienbetrieb eingegliedert werden. Das Vorhaben könnte ab 2016 mit einer – im Vergleich zu den heute am Markt befindlichen Fahrzeugen – nochmals verbesserten Fahrzeuggeneration starten. (ah)