Der jetzt vorgestellte Dekra-Verkehrssicherheits-Report 2016 zeigt die größten Potenziale auf, um die Unfallopferzahlen nachhaltig zu verringern. Der Überwachungs-Verein fordert unter anderem, die europaweite Gurtpflicht in Reise- und Fernlinienbussen konsequent umzusetzen. In Deutschland, Frankreich und auch Italien stieg im vergangenen Jahr die Zahl der Verkehrstoten an. Diese Trendumkehr sei alarmierend, erklärte Dekra-Vorstand Clemens Klinke, bei der Vorstellung des Dekra-Verkehrssicherheits-Reports 2016 in Berlin. Dabei sind Pkw-Fahrer die Verkehrsteilnehmergruppe, die am häufigsten an Unfällen mit Personenschaden beteiligt sind. Zudem ist der Mensch für rund 90 Prozent der Unfälle verantwortlich. Die Automobilindustrie setzt deshalb seit Jahren verstärkt auf Fahrerassistenzsysteme, um vor kritischen Situationen zu warnen oder sie zu entschärfen. Diese Technologien kommen auch bei der Kommunikation zwischen Fahrzeugen und beim automatisierten beziehungsweise teilautomatisierten Fahren zum Einsatz. Im Zuge dieser Entwicklung bieten sich Chancen, die Zahl der Verkehrsunfälle weiter zu verringern.
Der Dekra-Verkehrssicherheits-Report weist darauf hin, dass die zunehmende Ablenkung der Verkehrsteilnehmer durch Smartphones die Unfallzahlen negativ beeinflusst. So benutzen fast 17 Prozent der Fußgänger ihr Smartphone, wenn sie die Straße überqueren, lautet das Ergebnis der Dekra-Unfallforschung in sechs europäischen Hauptstädten.
Als Ergebnis des Verkehrssicherheits-Reports fordert Dekra unter anderem eine höhere Marktdurchsetzung mit elektronischen Fahrerassistenzsystemen, schnellstmögliche Ausarbeitung international einheitlicher rechtlicher Rahmenbedingungen für hoch- und vollautomatisierte Fahrfunktionen, ständige Weiterentwicklung der technischen Fahrzeugüberwachung, verstärkter Einsatz von Unfalldatenspeichern, intelligente Vernetzung von Verkehrsträgern.
Für Reise- und Fernlinienbusse fordert Dekra eine konsequente Umsetzung der europaweiten Gurtpflicht. Dabei stellt der Verkehrssicherheits-Report fest, die Zahl der verunglückten Businsassen sei insgesamt sehr klein und aufgrund einzelner schwerer Unfälle stark schwankend. Für die Jahre 1998, 2001 und 2006 weist die Statistik keinen bei einem Unfall auf deutschen Straßen getöteten Reisebusinsassen auf. Allerdings gibt es auch Jahre wie 2007, 2010 und 2014, in denen die Zahl der getöteten Reisebusinsassen die Gesamtzahl aller getöteten Businsassen dominiert. In Schulbussen kam in den vergangenen 15 Jahren kein Insasse bei einem Straßenverkehrsunfall ums Leben.
Businsassen kommen überwiegend bei Unfällen außerhalb von Ortschaften ums Leben, meist sind es Insassen von Reise- beziehungsweise Fernlinienbussen.