VCÖ fordert Nahverkehrsoffensive für Pendler

30.05.2008 12:33 Uhr
VCÖ fordert Nahverkehrsoffensive für Pendler
© Foto: ddp

Der Pendlerverkehr in Österreich weist große Unterschiede auf, wie eine aktuelle Untersuchung des Verkehrsclub Österreich auf Basis der Daten der Statistik Austria zeigt.

In Niederösterreich und Tirol ist der Anteil jener, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen, doppelt so hoch wie in Kärnten. In Kärnten ist der Anteil von 21 Prozent im Jahr 1971 auf sieben Prozent im Jahr 2001 gesunken. Der VCÖ weist auf große Fehler in der Siedlungs- und Standortpolitik hin und fordert eine Nahverkehrsoffensive. Die Statistik Austria erhob zuletzt im Jahr 2001, wie Österreichs Beschäftigte in die Arbeit kommen. Rund 3,14 Millionen Erwerbstätige kamen damals täglich zur Arbeit, 623.200 davon mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Weitere 2,1 Millionen fuhren mit dem Auto zur Arbeit, weitere 250.000 gingen zu Fuß und 150.000 fuhren mit dem Fahrrad. Die VCÖ-Untersuchung zeigt, dass noch in den Jahren 1971 und 1981 rund 28 Prozent der Beschäftigten in Österreich mit Öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kamen. Im Jahr 2001 betrug der Anteil nur noch 20 Prozent und das auch nur, weil in Wien 47 Prozent mit den Öffis zur Arbeit fuhren. Die Bundesländer allein betrachtet kamen im Jahr 2001 auf einen Anteil von 13 Prozent. Im Jahr 1981 waren es noch 23 Prozent. Die VCÖ-Untersuchung zeigt große Unterschiede zwischen den Bundesländern. In Niederösterreich fuhren im Jahr 2001 mit 15,7 Prozent der Beschäftigten mit Öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit, in Tirol 15,4 Prozent. "Niederösterreich und Tirol liegen bei den Bundesländern an der Spitze", so VCÖ-Experte Blum. Der Anteil in diesen Bundesländern ist mehr als doppelt so hoch wie in Kärnten. Der VCÖ weist darauf hin, dass es mit Ausnahme von Wien in allen Bundesländern einen deutlichen Rückgang bei den Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln gab. Es zeigen sich aber zum Teil sehr große Unterschiede. So hatte Kärnten im Jahr 1971 mit 21,4 Prozent einen ähnlich hohen Anteil wie Vorarlberg mit 22,0 Prozent. Im Jahr 2001 fuhren in Vorarlberg mit 12,0 Prozent fast doppelt so viele mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit wie in Kärnten (7,0 Prozent). Sehr stark ist auch der Rückgang im Burgenland von 30,4 Prozent im Jahr 1971 auf 12,1 Prozent im Jahr 2001. Der VCÖ fordert eine Reform in der Raumordnungspolitik. "Das Ziel muss sein, dass Arbeits- und auch Einkaufswege kürzer werden und dass mehr Menschen gute öffentliche Verkehrsverbindungen erhalten", so VCÖ-Experte Blum. Der VCÖ spricht sich dafür aus, dass neue Siedlungen von Anfang an mit guten öffentlichen Verkehrsmitteln versorgt sind. Die Nahversorgung ist zu stärken, der Einkaufszentrumsboom am Stadtrand zu stoppen. Zudem fordert der VCÖ eine Nahverkehrsoffensive mit mehr öffentlichen Verkehrsverbindungen für Pendlerinnen und Pendler.

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