„Bereits in den vergangenen Jahren haben wir eine große Zahl an Batteriebussen gefördert“, sagte Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) angesichts des Busförderprogramms. Um der weiterhin stark wachsenden Nachfrage nach emissionsfreien Bussen zu begegnen, habe man das diesjährige Fördervolumen auf 48 Millionen Euro aufgestockt. Mit dem Busförderprogramm 2026 unterstützt das Land dieses Mal ausschließlich die Beschaffung neuer Busse mit emissionsfreier Antriebstechnik. Die Förderung basiert auf dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG).
Kauf von Dieselbussen wird nicht mehr bezuschusst
Bereits in den vergangenen Jahren habe der Schwerpunkt der Mittelverwendung darauf gelegen, Fahrzeuge mit emissionsfreiem Antrieb anzuschaffen. Erstmalig werden dieses Jahr ausschließlich emissionsfreie Linienbusse gefördert. Das Fördervolumen wurde gegenüber dem letzten Jahr nach Angaben des Ministeriums um ein Drittel gesteigert. Bei den 213 geförderten Linienbussen handelt es sich um 206 batterieelektrische Busse und sieben Brennstoffzellenbusse. Der Kauf von Dieselbussen wird in diesem Jahr nicht mehr bezuschusst, so das Ministerium. Die Zulassungszahlen für batterieelektrische Busse sind in den letzten Jahren in Deutschland stetig gewachsen – ein Trend, der sich auch in Baden-Württemberg widerspiegele. Zum 1. Oktober 2025 waren in Baden-Württemberg nach Angaben der Landesregierung insgesamt 423 Batteriebusse registriert.
WBO bedauert die Entscheidung des Ministeriums
Der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen (WBO) hat die vom Land fortgeführte Busförderung und deren finanzielle Aufstockung begrüßt. Man bedauere jedoch und sei überrascht, dass „die Beschaffung herkömmlicher Dieselbusse erstmals gänzlich aus der Förderung fällt und der Einsatz klimaschonender synthetischer Kraftstoffe wie HVO 100 insbesondere im ländlichen Raum damit an Rückenwind verliert“, so der WBO. „Im ländlichen Raum ist der Dieselbus oft nach wie vor alternativlos. Deshalb ist es bedauerlich, dass die Anschaffung von Dieselbussen mit neuester Abgastechnologie keine Berücksichtigung mehr findet. Mit diesen Fahrzeugen lassen sich in Verbindung mit HVO 100 schnell und vergleichsweise kostengünstig CO2-Emissionen reduzieren“, sagte WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg.
Förderpraxis nicht im Sinne des Klimaschutzes
„Die Verwendung von HVO 100 trägt zur Erfüllung der Sauberen-Fahrzeuge-Quote gemäß der Clean Vehicles Directive bzw. des Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetzes bei“, sagte Yvonne Hüneburg. Baden- Württemberg erfüllte im ersten Referenzzeitraum (2021 bis 2025) die gesetzlichen Vorgaben bei den sauberen Fahrzeugen nicht, so der WBO. „Umso überraschter sind wir nun vom plötzlichen Aus – gerne hätten wir das mit dem Verkehrsministerium vorab fachlich erörtert. Im Sinne eines effizienten Klimaschutzes wäre es sinnvoll gewesen, die Beschaffung emissionsarmer Dieselbusse auch weiterhin zu fördern, um das ÖPNV-Angebot im ländlichen Raum stabil zu halten und um den Anreiz aufrechtzuerhalten, ältere Busse, mit stärkerem CO2-Ausstoß, durch neue, emissionsarme zu ersetzen. Während des Übergangs vom Diesel- zum E-Bus leisten Synthetische- und Bio-Kraftstoffe einen ganz wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz“, so WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg.