Im Unternehmen arbeiteten damals 36 Personen, heute sind es 2.500. Im ersten Jahr des Firmenbestehens verließen das Werk 56 Fahrzeuge. Bis heute wurden rund 14.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Innerhalb von zwei Jahrzehnten entwickelte sich Solaris zu einem etablierten Unternehmen. Moderne Busse, O-Busse oder Straßenbahnen verkehren auf Straßen hunderter Städte weltweit.
1996–2001
1996 bekam die von Krzysztof und Solange Olszewski gegründete junge Gesellschaft Neoplan Polska den Zuschlag für die Lieferung von 72 Bussen nach Posen. Am 22. März verließ der erste Bus das Werk in Bolechowo. Der Ingenieur Krzysztof Olszewski war es, der Niederflurbusse auf den polnischen Markt brachte. Neue Aufträge kamen aus ganz Polen und die Beschäftigung im jungen Unternehmen stieg fast um das Fünfzehnfache. Das Unternehmen eroberte schlagartig den inländischen Busmarkt. Bis 2001 verließen das Werk in Bolechowo beinahe 700 Fahrzeuge. Mit der Premiere des Solaris Urbino im Jahr 1999 beschritt das Unternehmen den Weg eines verstärkten Wachstums. Der in Bolechowo entwickelte und gefertigte Bus wurde schnell zu den am häufigsten gekauften Stadtbus in Polen. Ein Jahr nach seiner Premiere rollten die Solaris-Busse auf die Straßen Europas, zuerst in Tschechien und in der Slowakei. Kurz danach feierten sie ihr Debüt in Deutschland.
2001–2006
In das neue Jahrtausend trat das Unternehmen bereits als Solaris Bus & Coach ein. Seit diesem Zeitpunkt gehörte das Unternehmen vollständig der Familie Olszewski und das Werk in Bolechowo verließen nur Busse der Marke Solaris. Folgende Jahre brachten dem Hersteller zahlreiche Aufträge: Während bis 2001 nur sieben in Bolechowo gefertigte Busse ins Ausland gingen, waren Ende 2005 bereits über 1.000 davon in 17 Ländern Europas im Einsatz. 2003 bekam Solaris einen Auftrag von den Berliner Verkehrsbetrieben BVG für 260 Busse, der als einer der wichtigsten in der Geschichte von Solaris gilt. Solange und Krzysztof Olszewski erweiterten allmählich die Familie der niederflurigen Urbino, indem sie das Portfolio nicht nur um verschiedene Längen, sondern auch um immer mehr Varianten der Fahrzeuge ergänzten. Zu dieser Zeit machte Solaris auch seinen ersten Schritt auf dem Weg der Elektromobilität, indem es einen emissionsfreien Niederflur-Oberleitungsbus Trollino vorführte und mit der Produktion des Erdgasantriebs (CNG) begann.
2006–2011
Zeitgleich mit der Erhöhung der Produktionsleistung machten die Konstrukteure in Bolechowo weitere Schritte auf dem von Krzysztof Olszewski eingeschlagenen visionären Weg. 2006 zeigte Solaris der ganzen Welt seinen Hybridbus Solaris Urbino Hybrid. Umweltfreundlicher öffentlicher Verkehr wurde von Jahr zu Jahr zum Steckenpferd des Unternehmens. Dessen Entwicklung widmete der Hersteller immer mehr Aufmerksamkeit. Drei Jahre später sorgte Solaris für eine Sensation, als es seine erste Straßenbahn Tramino vorstellte. Doch um neue Trends im öffentlichen Verkehr zu setzen, musste man in die Zukunft schauen – 2011 rollte der erste polnische rein elektrische Bus auf europäische Straßen. Bis 2011 waren die Urbino mit der charakteristischen asymmetrischen Frontscheibe auf 21 Märkten vertreten, auch in solchen exotischen Weltecken wie Dubai oder der Insel La Réunion bei Madagaskar. Während der größten Finanzkrise am Anfang des 21. Jahrhunderts knackte Solaris die Marke von 1.000 der innerhalb eines Jahres ausgelieferten Einheiten.
2011–2016
Die modernen, außergewöhnlich leisen Urbino electric, die mit verschiedenen Ladesystemen und Batteriearten ausgestattet werden, eroberten weitere europäische Städte. Die Familie Olszewski war von Anfang an davon überzeugt, dass die umweltfreundlichen Antriebsarten Zukunft des städtischen Verkehrs sind und dass von der Umsetzung der nachhaltigen Entwicklung der Lebensstandard in Städten abhängt. Solaris arbeitete, außer an Elektrobussen, auch verstärkt an der neuen Generation von Urbino. Im Jahr 2014, genau ein Jahrzehnt nach der Premiere des Vorgängers, zeigte das Unternehmen erstmals eine völlig neue Konstruktion des Busses. Dank seinem futuristischen Design sowie den technischen Lösungen wurde er zum Hingucker. (ah)