Speziell für Elektrobusse entwickelte Eberspächer Sütrak die Aufdachklimaanlage AC 136 All Electric (AE), die unter anderem bereits im Rahmen eines Genfer Pilotprojekts in einem Elektro-Trolleybus zum Einsatz kommt. In Kortrijk präsentiert das Unternehmen jetzt die Version mit integrierter Wärmepumpe – eine Anlage, die effizientes Kühlen und Heizen vereint. „Im Sommer werden Elektrobusse durch die elektrisch betriebene Klimaanlage gekühlt, im Winter fehlt ihnen aber eine effektive und leistungsstarke Heizlösung, da ohne Verbrennungsmotor praktisch keine Abwärme zum Beheizen des Passagierraums zur Verfügung steht“, erläutert Eberhard Wolters, General Manager Eberspächer Sütrak die Herausforderung. „Dem begegnen wir mit der ganzheitlichen und hocheffizienten Thermomanagement-Lösung AC 136 AE Heat Pump.“
Das innovative Klimasystem mit integrierter Wärmepumpenfunktion kommt erstmalig in einem Elektrobus des belgischen Busherstellers Van Hool zum Einsatz. Die Technologie basiert auf einem umkehrbaren Kältekreislauf, für den alle Komponenten der Anlage ausgelegt sind. Beim Kühlen wird die Wärme aus dem Businneren über das verdampfte Kältemittel im Verdampfer aufgenommen und nach der Verdichtung des Kältemittels auf einem höheren Temperaturniveau im Verflüssiger nach außen wieder abgegeben. Nach der Drosselung des verflüssigten Kältemittels im Expansionsventil ist der Kreislauf geschlossen. Beim Heizen läuft der Zyklus in die andere Richtung: Der Verdampfer fungiert nun als Verflüssiger. Die Wärme kann somit auf hohem Temperaturniveau in das Fahrzeug gebracht werden. Nach Drosselung des Kältemittels im Expansionsventil wird die Wärme vom Verflüssiger, der jetzt als Verdampfer agiert, aus der Umgebungsluft aufgenommen. Dieser Prozess ist möglich, da das verdampfte Kältemittel ein niedrigeres Temperaturniveau hat als die Umgebung. Der Kreislauf ist wieder geschlossen, wenn das gasförmige Kältemittel auf hohem Druck- und Temperaturniveau in den Verflüssiger gepumpt wird. „Im Vergleich zu elektrischen Zusatzheizungen erzeugt sie bei gleichem Energieeintrag etwa drei Mal so viel Wärme“, so Eberhard Wolters. Da alle Komponenten für die neue Doppelfunktion in der Anlage Platz finden, kommt sie ohne Zusatzaggregate auf dem Busdach aus – so sind die Abmessungen des Heat Pump-Aggregates äußerst kompakt. „Zudem werden dieselben Dachschnittstellen wie bei der AC 136 AE eingehalten, was die Installation der gesamten AC 136 AE-Familie sehr einfach macht“, erklärt Wolters.
Bis zu 13 kW Kühlleistung, 15 Prozent weniger Gewicht und eine auf 1.580 Millimeter reduzierte Länge für alle Bautypen – das sind die Highlights der neuen AC 420 G2, die Eberspächer Sütrak ebenfalls auf der Busworld vorstellen wird. Die für Minibusse geeignete Klimaanlage kommt mit nur einem Kondensatorwärmetauscher aus und verfügt über ein optimiertes Leitungslayout. Je nach gewünschter Leistungsklasse wiegt die neue AC 420-Generation dadurch nur noch maximal 48 Kilogramm. Mit der AC 515 G2 wiederum zeigt das Unternehmen auch die jüngste Midibus-Aufdachklimaanlage. Das Design mit standardisierten Komponenten sowie die Dachschnittstelle machen die Installation noch unkomplizierter. Zudem konnte das Gewicht im Vergleich zum Vorgängermodell weiter gesenkt werden und nicht zuletzt soll das bürstenlose Gebläse der neuen AC 515 G2 für einen nahezu wartungsfreien Betrieb während des Einsatzes sorgen. Innovative Fahrzeugheizungen für Stadt- und Reisebusse aus dem Portfolio der Eberspächer-Gruppe ergänzen den Messeauftritt. Darunter etwa die Hydronic M2, eine busspezifische Wasserheizung mit exzellentem Wirkungsgrad. Die unterflur montierte Standheizung bringt den fahrzeugseitigen Heizkreislauf schnell und effizient auf die gewünschte Temperatur und sichert somit jederzeit das Wohlfühlklima an Bord. Das Gerät ist Biodiesel tauglich und verfügt über umfangreiche Diagnoseoptionen. Um den Komfort optimal zu nutzen, bietet Eberspächer mit der EasyStart Call die Möglichkeit, die Heizung ganz komfortabel mit einer Smartphone-App zu steuern. Neben dem klassischen Einsatz für ein bestimmtes Fahrzeug können über die App auch zwei Pools mit jeweils maximal fünf Fahrzeugen gesteuert werden. Weitere Infos unter http://www.eberspaecher.com. (ah)