Fahrgäste der öffentlichen Verkehrsmittel in Hamburg müssen an heißen Tagen auch in manchen Fahrzeugen schwitzen – vor allem in älteren Zügen von U- und S-Bahn, während sie in den Bussen auf der kühleren Seite sind. Denn in den Bussen von Hochbahn und VHH (Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein) sowie von Subunternehmen sind standardmäßig Klimaanlagen im Einsatz.
Innentemperatur drei Grad unter der Außentemperatur
Dieselbusse werden in der Regel standardmäßig auf 22 Grad klimatisiert. Elektrobusse und einige wenige Dieselfahrzeuge mit einer sogenannten Modulklimaanlage auf dem Dach werden so abgekühlt, dass die Innentemperatur drei Grad unter der Außentemperatur liegt. „Es hat sich gezeigt, dass schon wenige Grad Unterschied zur Außentemperatur reichen, damit es als angenehm kühl empfunden wird“, schreibt die Hochbahn in ihrem Blog. „Die drei Grad unter Außentemperatur gelten als Kompromiss im Fahrgastkomfort: Für die einen ist es zu kühl, für andere zu warm“, sagte Hochbahn-Sprecher Andreas Ernst.
"Die drei Grad unter Außentemperatur gelten als Kompromiss im Fahrgastkomfort."
Hochbahn-Sprecher Andreas Ernst
Klimaanlagen verbrauchen ein Sechstel der Fahrzeugenergie
Von den U-Bahnzügen der Hochbahn sind nur die neueren vom Typ DT5 klimatisiert, von denen es 163 gibt. Die 126 älteren Züge vom Typ DT4 haben keine Klimaanlage und können nach Angaben des Unternehmens auch nicht nachgerüstet werden. Auch die Hamburger S-Bahn hat alte Züge ohne und neue mit Klimaanlagen. In den 112 alten Zügen der Baureihe 474 können Fahrgäste die Fenster öffnen. In den 82 neuen Zügen der Baureihe 490 sollen die Anlagen an heißen Tagen ab 27 Grad die Temperatur um sechs Grad herunterkühlen, wie das Verkehrsunternehmen der Deutschen Bahn auf seiner Internetseite erklärt. Dafür bräuchten die Klimaanlagen ein Sechstel der Fahrzeugenergie.
Steuerung der Klimaanlagen und der Fahrgastfluss
Bus und Bahn haben als technische Herausforderung bei der Klimatisierung gemein das ständige Öffnen und Schließen der Türen sowie das Ein- und Aussteigen der Fahrgäste. „Jeder Mensch strahlt durchschnittlich eine Wärmemenge von etwa 2,9 Kilowattstunden aus. Bei 100 Fahrgästen sind das 290 Kilowattstunden. Das reicht aus, um eine 100 Quadratmeter große Wohnung zu heizen“, zitiert das S-Bahn-Magazin den Leiter der Fahrzeugtechnik, Marco Wörner. Viele Menschen, die gleichzeitig an einer belebten Station einsteigen, heizen den Zug demnach auf. Aussteigende Fahrgäste nähmen dagegen kühle Luft mit nach draußen.