Record Run Buses 2012: Euro 6 verbraucht weniger als Euro 5

29.10.2012 11:36 Uhr
Record Run Buses 2012
© Foto: Daimler

Im Record Run Buses 2012 haben der neue Mercedes-Benz Citaro und die neue Setra ComfortClass 500 nach Euro 6 bewiesen, dass sie gleichzeitig weniger Kraftstoff verbrauchen und geringere Abgasemissionen erzielen als ihre Euro 5-Pendants.

Fünf Omnibusse legten in fünf Tagen unter neutraler Aufsicht insgesamt knapp 18.000 Kilometer zurück. Fazit: Die zuvor versprochene Verbrauchseinsparung von vier bis sechs Prozent (Citaro) und fünf bis sechs Prozent (Setra) wurde sogar übertroffen. Rund um die Uhr spulten die fünf Omnibusse vom 22. bis 26. Oktober 2012 ein schweres Programm ab. Realistisch mit 3,2 Tonnen Ballast auf 50 Prozent der Nutzlast beladen, legten drei Mercedes-Benz Citaro im Stadtverkehr jeweils rund 1.400 Kilometer zurück. Im anspruchsvollen Fernverkehrseinsatz absolvierte jeder der beiden Reisehochdecker der Setra ComfortClass 500 circa 7.000 Kilometer auf öffentlichen Straßen. Mit Stadtverkehr in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden (Citaro) und Fahrten zwischen Leipzig und Hamburg beziehungsweise im Städte-Viereck Leipzig/Sangershausen, Schweinfurt, Hof und Bautzen (Setra) waren die Strecken der fünf Omnibusse auf hohem Niveau.

Der Mercedes-Benz Citaro trat gleich in drei Varianten an: Das neue Modell nach Abgasstufe Euro 6 mit dem ebenfalls neuen Motor Mercedes-Benz OM 936 h mit 7,7 Liter Hubraum und einer Leistung von 220 kW (299 PS) stand den unmittelbar vergleichbaren Vorgängermodellen nach Euro 5 mit OM 906 hLA (6,4 Liter Hubraum, Leistung 210 kW/286 PS) sowie OM 457 hLA (220 kW/299 PS) gegenüber. Getriebe, Achsübersetzung und Reifen waren jeweils identisch. Mit einem Kraftstoffverbrauch von 38,7 Litern pro 100 Kilometer schnitt der neue Citaro nach Euro 6 sehr gut ab. Er distanzierte seine Vorgänger um 3,6 Liter auf 100 Kilometer beziehungsweise um 8,5 Prozent. Bei einer jährlichen Laufleistung von 60.000 Kilometer entlastet er die Umwelt gleichzeitig um 5.700 Kilogramm CO2-Emissionen, so Daimler. Des Weiteren spare der neue Citaro nach Euro 6 bei 60.000 Kilometern im Jahr gegenüber einem Modell nach Euro 5 nach derzeitigen Kraftstoffpreisen von rund 1,25 Euro/Liter (ohne Mehrwertsteuer) rund 2.700 Euro Diesel per anno. Damit rentiert sich die Mehrausgabe für den neuen Citaro nach Euro 6, so Daimler, bereits nach rund vier Jahren samt einem höheren prognostizierten Wiederkaufswert.

Ähnlich fällt das Ergebnis für die neue Setra ComfortClass 500 aus. Hier trat ein S 515 HD der ComfortClass 500 mit dem neuen Triebwerk Mercedes-Benz OM 470 und 315 kW (428 PS) Leistung nach Euro 6 an. Interner Gegner war das direkt vergleichbare Vorgängermodell S 415 GT-HD der ComfortClass 400 mit dem bisherigen Motor OM 457 LA und einer identischen Leistung von 315 kW (428 PS). Auch bei diesem Duell waren die Übersetzung von Getriebe und Antriebsachse sowie die Reifen identisch. Die Reisebusse wurden auf das zulässige Gesamtgewicht von 18 Tonnen voll ausgeladen. Die neue ComfortClass vom Typ S 515 HD schnitt nach 7.000 Kilometern mit einem Kraftstoffverbrauch von 21,0 l pro 100 Kilometer ebenfalls erfreulich ab. Sie distanzierte das Vergleichsmodell um 1,9 Liter auf 100 Kilometer beziehungsweise um 8,2 Prozent. Bei einer Laufleistung von 100.000 Kilometern im Jahr spart sie dem Betreiber nach derzeitigen Kraftstoffpreisen von rund 1,50 Euro 2.850 Euro Kraftstoffkosten, bei 180.000 Kilometern sind es mehr als 5.000 Euro im Jahr, erläutert Daimler. Die Reduzierung an CO2-Emissionen belaufe sich auf cirka 5.000 Kilogramm beziehungsweise 9.000 Kilogramm im Jahr.

Start- und Zielpunkt des Record Run Buses 2012 mit drei Mercedes-Benz Citaro und zwei Setra der ComfortClass war die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden. Der Start erfolgte am 22. Oktober 2012 um 13 Uhr. Die fünf Omnibusse waren, abgesehen von zwei Tankpausen am Tag, fünf Tage lang rund um die Uhr im Einsatz. Neben Getriebe und Achsübersetzung waren Beladung sowie Reifen und Profiltiefe der Reifen innerhalb der jeweiligen Baureihe identisch. Alle Omnibusse waren zu Beginn des Record Run Buses 2012 mit rund 10.000 Kilometer Laufleistung eingefahren. Am Steuer des Record Buses 2012 saßen geschulte Versuchsfahrer sowie Trainer des Ecotrainings von Omniplus. In jedem der fünf Omnibusse war pro Schicht eine Zwei-Fahrer-Besatzung unterwegs, die täglich den Omnibus wechselte. Gefahren wurde in zwei Schichten rund um die Uhr. Die Fahrer für den Record Run Buses 2012 auf der Linie 17 in Wiesbaden wurden zusätzlich durch Fahrlehrer des Verkehrsbetriebs eingewiesen. Die Testwagen und ihre Einsätze wurden von der unabhängigen Sachverständigen-Organisation Dekra überwacht. Die Ingenieure plombierten alle für den Kraftstoffverbrauch wesentlichen Bauteile ebenso wie die Kraftstofftanks und kontrollierten alle Tankungen. Darüber hinaus wurde die Beladung kontrolliert und versiegelt. Sämtliche Tankungen erfolgten an den gleichen Tankstellen in Wiesbaden beziehungsweise Leipzig und sogar an identischen Tanksäulen. Selbst die Position der Fahrzeuge an der Tanksäule war definiert. Die Omnibusse waren außerdem mit Kraftstoff-Verbrauchsmessgeräten ausgerüstet. Jegliche Bewegungen der fünf Omnibusse des Record Run Buses 2012 ließen sich über das Telematiksystem FleetBoard überprüfen.

Ein Video vom Zieleinlauf ist exklusiv auf http://www.bustv.de zu sehen. (ah)

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