ADAC Rastanlagentest 2012

22.06.2012 12:56 Uhr
Rastanlage Irschenberg Süd
© Foto: ADAC

Noch immer bieten viele Rastanlagen in Europa zu wenig für Familien und bewegungseingeschränkte Menschen.

Das ist das Ergebnis des aktuellen Rastanlagentests, den der ADAC im Rahmen des EuroTest-Programms zusammen mit seinen 17 Partnern durchgeführt hat. Überprüft wurden 65 Betriebe entlang wichtiger Reiserouten in 13 Ländern. Keine Rastanlage konnte im Gesamtergebnis ein „sehr gut“ erzielen. 33 Mal wurde mit „gut“ bewertet, 27 Mal mit „ausreichend“, fünf Rastanlagen fielen durch den Test und erhielten ein „mangelhaft“.

Der ADAC fordert von den Betreibern, noch mehr auf die Bedürfnisse von Familien einzugehen. Der Ländervergleich zeigt, dass Urlauber in der Schweiz, an den deutschen Raststätten und in Kroatien mit Kindern meist gut aufgehoben waren. In den anderen Testländern war es jedoch mit der Familienfreundlichkeit nicht weit her. So fanden die Tester in Spanien und Italien so gut wie nie Spielplätze und Spielecken, in Tschechien fehlten die Wickelmöglichkeiten. Besonders ärgerlich für Rollstuhlfahrer waren die Bezahlschranken vor den Sanitäranlagen. In den Niederlanden mussten diese erst umständlich vom Personal abgebaut werden, um Zugang zum Behinderten-WC zu erhalten.

Zumindest beim Bezahlen sieht es dann in den Nachbarländern wieder besser aus, so der ADAC. Denn dort bekommt man – wie auch in deutschen Autohöfen – seine Toilettengebühr zurück, wenn man in Shop oder Restaurant Geld ausgibt. In deutschen Raststätten mit Sanifair-Toiletten dagegen bleibt man bei gleichem Verfahren auf 20 Cent pro Toilettengang sitzen. Dass es auch anders geht, beweisen zum Beispiel die Anlagen in Österreich und Kroatien: Top Hygienewerte bei völlig kostenfreier Benutzung.

Testverlierer mit der Note „mangelhaft“ wurde die Raststätte Ruma in Serbien an der A 1 zwischen Belgrad und Šid. In den Kategorien Verkehrsgestaltung, Familienfreundlichkeit und Sanitäranlagen musste der Club sogar ein „sehr mangelhaft“ vergeben, denn hier vermissten die ADAC Tester neben Standards wie einer Wickelmöglichkeit und einem Kinderstuhl im Restaurant auch eine Kinderspielecke sowie Behinderten-WC.

Testsieger wurde die Anlage Wörthersee in Österreich an der A 2 zwischen Villach und Wien. Sie überzeugte mit der Note „gut“ durch abwechslungsreiches, ansprechend präsentiertes und leckeres Essen, einen schönen und sicheren Kinderspielplatz im Außenbereich, Kinderspielecke und Babystation innen und gepflegte Sanitäranlagen.

Zum Deutschlandsieger bei den Raststätten wurde die Anlage Irschenberg Süd (Bild) an der A8 München–Salzburg gewählt. Sie punktete mit einer besonders guten Gastronomie. Europaweit kam die Raststätte auf Platz drei. Der beste deutsche Autohof Guxhagen in Hessen wiederum überzeugte mit gutem Service und sauberen Sanitäranlagen.

Grundlage des ADAC Rastanlagentests waren die Bedürfnisse einer vierköpfigen Familie mit Kleinkind. Jede Anlage wurde zwei Mal an unterschiedlichen Tagen ohne Voranmeldung von unterschiedlichen Testern besucht. Bewertet wurde in den neun Kategorien Verkehrssicherheit, Außenanlage, Service, Gastronomie, Shop, Familienfreundlichkeit, Sanitäranlagen, Hygiene und Preise.

Die Ergebnisse zum ADAC Rastanlagentest 2012 können weiter unten im Download-Kasten als pdf-Datei heruntergeladen werden. (ah)

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